Schaut Dominique Ruppen bei der Säulenhalle durchs Fenster auf die Aarelandschaft hinaus, so erblickt er Flussvögel, Fahrradfahrer, Ufermauern. Doch das Augenmerk des 34-jährigen Zeichnungslehrers und Künstlers liegt bei deren Spiegelung, wo das sonst so Figürliche ins Abstrakte übergeht und sich in dynamische Farbflächen und schemenhafte Formen auflöst. Ähnliche Übergänge sind in seinen aktuellen Werken und Werkreihen zu erkennen: Mächtige Cumuluswolken türmen sich über Kornfeldern, statisch, objekthaft und formenreich, und lösen sich allmählich auf, verlieren sich in feurigen Farbfeldern und ins Abstrakte.

Ebenso trennt sich der Betrachter allmählich vom Gegenständlichen und ergibt sich der Stimmung. Der Blick ist gegen Himmel gerichtet – im Gegensatz zu seiner älteren Werkreihe, in denen er den künstlerischen Blick gegen den Boden richtet.

Durch die Wolkenstrukturen fühlt sich der Betrachter an Himmelsdarstellungen in Kirchengemälden italienischer Altmeister erinnert, während die grellen Farben, die ebenfalls auf ihn einstürzen, eher an fremde, faszinierende Welten, an einen Flug durch die Atmosphäre des Jupiters erinnern. In ihrer Gesamtheit lassen die Reihen, aber auch die einzelnen Bilder einen Prozess erkennen, der in der Auflösung endet und – vielleicht – in der anstehenden Neuformung von Wolken erneut beginnt.

Natur als Ausgangspunkt

Wolken üben auf Ruppen eine besondere Faszination aus: «Sie wirken kompakt, und doch fliegt man hindurch.» Eine Reise nach Teneriffa und damit verbundene Wanderungen und Tauchgänge haben ihn bei seinem gegenwärtigen Schaffen stark geprägt – ebenso wie die grundsätzliche «Neuentdeckung» der Natur. Und: «Es war schon jeher meine Grundmotivation, Eindrücke in meine Bilder einzuarbeiten.

Neben Staffelei und Pinsel wird so die Erinnerung zu einem seiner wichtigsten Arbeitsinstrumente. Und seine Bilder werden zu neu konstruierten Projektionen seiner wahrgenommenen Wirklichkeit.

Ausstellung Sa, 21. Dezember, 10–20 Uhr, So, 22. Dezember, 10–18 Uhr. Führungen durch den Künstler: Sa, 14. Uhr, So, 15 Uhr.