Stadtbummel Solothurn

Lärm ums Stedtli wunderhübsch

Öufi-bier: Die Zahl elf ist für Solothurn von wichtiger Bedeutung.

Öufi-bier: Die Zahl elf ist für Solothurn von wichtiger Bedeutung.

Quizfrage: Was ist eine Folge davon, dass die Zahl 11 in Solothurn so bedeutsam ist? A) Die Uhr am Amthausplatz hat nur 11 Ziffern. B) Die Mittagszeit ist gesetzlich auf 11 Uhr festgelegt. Oder C) Hotels führen keine Zimmer mit der Nummer 11. Über diese Frage brüteten die Kandidaten des Dreiländerquiz «Spiel für dein Land», bei dem das helvetische Nationalteam den Sieg davontrug. Über die Zahl 11 wurden schon Seminararbeiten geschrieben. Aber auch, wer sich nicht wissenschaftlich mit dem Thema befasst, weiss: Antwort A ist richtig – mit Einschränkung: Denn wo fängt der Amthausplatz an? Spitzfindigkeiten beiseite: C fällt mit grosser Sicherheit weg. Schliesslich ist 11 nicht nur für Bierbrauer, sondern auch für Hoteliers geradewegs das Gegenteil einer Unglückszahl. Und B? Gilt zum Glück (noch) nicht. «Wär ja noch schöner», mag man zu diesem Thema poltern. Als würden die Obrigkeiten nicht schon genug vorschreiben. Zum Beispiel wann der Solothurner ausserhalb der HESO-Zeit in die Heja soll.

Zu diesem Thema frotzelte Zentralzürich kürzlich gegen Solothurn. In Downtown Switzerland – so suggeriert der Stadtblog des «Tagi» – müssen Partys so lange dauern, dass man nach atemlosem «Ümz Ümz!» durch die Nacht schlaflos in den Montagmorgen startet und zmorgelos ins Büro flitzt. Woher man dazu in Züri die Energie bezieht, bleibe dahingestellt. Solothurn hingegen sei vergleichbar mit einem «Weiler im Entlebuch». Danke Züri, für den Hinweis. Und schön, dass das Stedtli wunderhübsch am «Big Öpfel» gemessen wird. Ja, ja, Solothurn hat seine beiden Sorgenkinder namens «Schlaf» und «Party», die sich öfter fetzen, als es einem lieb sein mag. Aber man weiss auch, wie Eltern auf ungebeten erteilte Erziehungstipps reagieren. Sie lachen auf den Stockzähnen und antworten: «Wir wissen uns schon zu helfen.»

Obschon: Berechtigterweise kann man auch das hinterfragen. Die «Weitblick»-Vision aus dem hiesigen Stadtbauamt, die HESO künftig von der Reithalle zum Henzihof zu verlagern, erlangte nicht sonderlich viel Popularität. Da könnte man ja auch die Bike Days im Kapuzinerkloster abhalten. Abgesehen davon, dass das Lusthüsli bereits durch ein eigenes, wachsendes Kulturprogramm bespielt wird. Da lassen wir das Röhren der Biker-Corsos und die Geräuschkulisse des ausgelassenen HESO-Nachtvolks lieber da, wo sie sind.

Ach ja, Züri. Etwas ging noch vergessen: Auch im Entlebucher Weiler lässts sich bestimmt vortrefflich feiern.

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