«Dr Augschte hett üs useglüpft!» Diese Erkenntnis von Solothurns Chefbadmeister Alex Inglin dürfte wohl für alle seine Kollegen in der Region zutreffen: Mit 53300 Badi-Gästen war der August der mit Abstand stärkste Monat im städtischen Schwimmbad, denn der Juli (32000) und Juli (30000 Eintritte) blieben klar unter den Erwartungen.

«Der August war auch für unseren Badi-Wirt Ernst Schär wichtig, sonst hätte es düster ausgesehen», betont Inglin. «Insbesondere in den Schulferien gabs an allen Wochenenden schlechtes Wetter.» Die insgesamt 128500 Besucherinnen und Besucher stehen für einen mittelmässigen Badesommer, denn 2009 hatte man 135 000 Eintritte gezählt.

Und wohl kaum mehr zu toppen dürfte der «Jahrtausendsommer» 2003 mit seien sagenhaften 227 000 Badegästen sein. Klar die besten Badi-Tage reklamiert ebenfalls der August für sich, am Wochenende vom 18./19. August strömten am Sonntag 5380 Hitzegeplagte, am Samstag nur einige Hundert weniger aufs Badi-Areal.

Die insgesamt 10000 Eintritte an zwei Tagen relativieren das Septemberfazit ganz erheblich: In diesem halben Monat begehrten nur noch 5000 Unverdrossene Einlass. Aber auch für diese ist morgen Abend um 19 Uhr definitiv das Saisonende da.

Länger offen wenig benützt

Nicht wesentlich die Bilanz aufpoliert haben die längeren Öffnungszeiten. Alex Inglin: «Insgesamt erlaubte es das Wetter in den drei Sommermonaten an 54 Abenden bis 21 Uhr, also eine Stunde länger offen zu halten.» In diesen 54 Zusatzstunden wurden 760 Eintritte gezählt, als noch 7,6 Personen durchschnittlich pro Abend.

«Und jene, die schon da waren, machten meist ein bisschen gemütlicher Feierabend, verabschiedeten sich nach 20.15 Uhr.» Danach habe in der Badi oft «gähnende Leere» geherrscht, so der Chefbadmeister. «Aber diejenigen, die da waren, haben Freude gehabt.»

Doch angesichts der Tatsache, dass jeder Badmeister bis Saisonende 200 Überstunden angesammelt hat, müssten laut Inglin Überlegungen angestellt werden – auch wenn nächstes Jahr der neue, fünfte Badmeister die ganze Saison verfügbar ist. Noch konsequenter bei schlechtem Wetter um 20 Uhr, oder dann um 20.30 Uhr schliessen, wären für ihn Möglichkeiten.

Die Aare im Visier

Zur hohen Präsenz des Badmeisterteams hat auch die erstmals in dieser Saison erhobene Forderung nach einer Aufsicht der Aare beigetragen. Die aus Haftungsgründen veranlasste Massnahme erfordert nach Alex Inglins Meinung vor allem eine Verbesserung der Infrastruktur.

«Ein Badmeister allein kann die 250 Meter Aareufer unmöglich allein beaufsichtigen. Die beste Aufsicht garantiert der Badegast am Ufer.» Mit zusätzlichen Alarmsäulen sollte aufmerksamen Badi-Besuchern eine optimale Chance zur Alarmierung geboten werden. Zudem soll künftig das Rettungsboot in der Mitte des Aareufers an einer noch zu errichtenden Anlegestelle auf der Höhe des Kiosks vertäut werden, statt wie jetzt etwas weiter unten unterhalb des zweiten Betonstegs.

Gravierende Badeunfälle gabs allerdings keine, «das Übliche halt.» Sieht man von einem doch recht skurrilen Zwischenfall ab: Ein Bursche brach sich bei einem heiklen Seitwärtssprung vom Sprungturm gleich viermal das Nasenbein – und zwar mit dem eigenen Knie beim Aufprall ins Wasser …