Solothurn
Kurt Fluri zeigt Kulanz mit den Solothurner "Wagabunten"

Die Besetzer vom Kofmehlweg sind keine Besetzer mehr. Die fünf jungen Leute konnten mit der Stadt Solothurn eine Zwischennutzung vereinbaren: Bis Ende April dürfen sie auf dem Kiesparkplatz nördlich der Badi Solothurn siedeln.

Andreas Kaufmann
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Das Wagendörfli ist neu nördlich von der Solothurner Badi

Das Wagendörfli ist neu nördlich von der Solothurner Badi

Auf dem alten Kofmehl-Areal an der Gibelinstrasse waren sie unerwünscht. Und unter der Umfahrungsbrücke am Kofmehlweg sprach der Kanton Bedenken gegen das Vorhaben des alternativen Wagendörfli aus – aus Gründen des Brandschutzes. Seit heute Donnerstag haben die fünf jungen Leute auf dem Kiesparkplatz der Badi ein neues Zuhause. Die Stadt Solothurn erteilt den "Wagabunten" ein Gastrecht bis Ende April. "Stadtpräsident Kurt Fluri hat die Zwischennutzungsvereinbarung persönlich unterschrieben", sagt einer der Bewohner.

Zwar wird Mitte März auf diesem Areal sowie in dessen Umkreis die Solothurner Eigenheimmesse stattfinden. Doch für diese paar Tage werden sich die "Wagabunten" eine Zwischenlösung suchen.

"Wir haben zwar auf eine Zusage gehofft, aber ehrlich gesagt nicht damit gerechnet", ist von Seiten der "Wagabunten" zu hören. Derweil habe man andere Plätze als Alternativen im Blick behalten, sei nun aber umso glücklicher, dass die Stadt sich wohlwollend gezeigt hat. Für die fünf Wagendorf-Bewohner ist das Leben im Bauwagen ein bewusster Entscheid gewesen – und nicht mit existenzieller Not verbunden.

Noch Mitte November hatten die jungen Leute vom damaligen Standort – dem alten Kofmehlareal – an den Stadtpräsidenten appelliert: Sie verwiesen auf seine Aussage, wonach es für solchen Raum kein passendes Gebäude gebe: "Herr Fluri, wir wollen kein Gebäude, sondern ein Stück Land, wo junge Leute sich selbst sein können."

Doch was bewogt den Stadtpräsidenten zu diesem Entscheid? "Wir sind gegenüber Menschen mit anderen Lebensentwürfen grundsätzlich liberal eingestellt und wollen sie nicht daran hindern, diesen nachzugehen", betont seinerseits Kurt Fluri. Gleichzeitig aber weist er darauf hin, dass der betreffende Kiesplatz keine Wohnzone sei: "Deshalb ist die Siedlungsdauer bei maximal drei Monaten angesetzt." Eine permanente Wohnnutzung sei in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen aber nicht möglich. So müssten sich die "Wagabunten" danach nach einem anderen Standort umsehen. "Und es kann auch sein, dass es dann aus zonenrechtlichen Gründen keine Lösung mehr gibt", so Fluri weiter.

Unterdessen würden aber bau und zonenrechtliche Möglichkeiten geprüft. "Unsere Schlussfolgerungen werden wir den fünf Menschen zukommen lassen."