Wie in den Vorjahren reichte die vorbereitete Bestuhlung in der Säulenhalle des Landhauses nicht aus, um alle Besuchenden der Generalversammlung der Freunde des Stadttheaters Solothurn zu fassen. Eilends mussten weitere Stühle herbeigeschafft werden. Das ist insofern erwähnenswert, weil es der Verbundenheit der Bevölkerung mit dem Stadttheater Ausdruck gibt.

Präsidentin Claudia Eng führte souverän durch die statutarischen Geschäfte, welche zu keinen Diskussionen Anlass boten. Ihr Jahresbericht liess die Aktivitäten des Vereins Revue passieren. Der jährlich wiederkehrende Beitrag von 12'000 Franken an das Theater wurde zu Gunsten der Produktionen «Der Chinese», «A Christmas Carol» und «Biedermann und die Brandstifter» gesprochen. Weitere Punkte waren die einzigartige Patenschaft für Jungschauspieler und das Jubiläumsfest.

Die von Raymond Melly unterbreitete Jahresrechnung schaut auf den ersten Blick wenig erfreulich aus, ist doch ein Verlust von mehr als 10'000 Franken zu verzeichnen. Das relativiert sich aber, weil nun Ende 2017 wieder ungefähr gleichviel Vermögen vorhanden ist wie Ende 2015.

Verantwortlich für dieses Ergebnis ist der nicht budgetierte Scheck von 20'000 Franken, welcher anlässlich des Jubiläums dem Theater überreicht wurde. Erfreulich zudem, dass viele Mitglieder ihren Vereinsbeitrag aufgerundet haben. Die Jahresbeiträge bleiben gleich, und das Budget 2018 darf als ausgeglichen bezeichnet werden. Alle diese Geschäfte wurden von der Versammlung einstimmig und meist durch Applaus gutgeheissen.

Die Präsidentin und alle bisherigen Vorstandsmitglieder, sowie die Revisoren wurden für eine weitere Amtsdauer bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Philipp Eng. Dem 24-jährigen Jurist liegt das kulturelle Leben am Herzen. Er selbst singt als Tenor im Singkreis Wasseramt. Er sieht es als seine Aufgabe, junge Leute für das Theater (und auch für diesen Verein) zu begeistern. Meistens fehle es nicht am Interesse, sondern eher daran, den Zugang zu finden.

Nicht zuletzt des Datenschutzes wegen, wurde mit einer Statutenänderung die Kompetenz zum Ausschluss von Mitgliedern, die trotz mehrmaligen Mahnens den Mitgliederbeitrag nicht bezahlten, von der Generalversammlung an den Vorstand delegiert.

Kunst muss hinterfragen

«Wo Geist eine Heimstatt hat, kann Geld zum Segen werden.» Unter dieses Zitat von Jeremias Gotthelf stellte Regierungsrat Remo Ankli sein Grusswort. Oder gemäss Oscar Wilde ist Theater Kunst und Leben. Geld und Geist würden in unserem Theater eine ideale Bindung eingehen. Als Schwarzbube freut ihn besonders die Zusammenarbeit des Tobs mit dem Neuen Theater Dornach.

Theater soll Trends hinterfragen

Stadtpräsident Kurt Fluri nahm den Faden seines Vorredners auf und betonte, dass Geist auch kritisch sein soll. Es sei eine Aufgabe des Theaters und der Kultur im Allgemeinen, die gesellschaftlichen Trends zu hinterfragen. Auf die in dieser Saison noch folgenden Produktionen verwies Intendant Dieter Kaegi. Er zeigte sich erfreut über die Zusammenarbeit des Tobs mit der Sommeroper Selzach, wo diesen Sommer im Passionsspielhaus mit «Der fliegende Holländer» erstmals ein Werk von Richard Wagner inszeniert wird.

Am 23. April werde er im Stadttheater den Spielplan der kommenden Saison präsentieren. Schauspielchefin Katharina Rupp zeigte sich von der finanziellen Unterstützung durch die Freunde des Stadttheaters beeindruckt. Man merke, dass diese Unterstützung wirklich von Herzen komme und nicht einfach, weil es in der Zweckbestimmung steht. Damit leitete sie über zum anschliessenden Probenbesuch des Sprechstückes «Verweile doch, du bist so schön».