Hilari Solothurn
Kurt Fluri darf als Panaschierkönig im Amt beiben

Ein zauberhafter Hilari-Vormittag endete mit der Abdankung von Kurt Fluri im Stadtpräsidium. Er darf aber ausdrücklich Panaschierkönig bleiben.

Wolfgang Wagmann
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Irgendeinmal peinlich aufgefallen an der Fasnacht? Verdrängt, vergessen im Alkohol-Dampf? Am Hilari-Morgen kommt alles wieder hoch. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ober-Ober Markus «Kusi» Wälti zeigte der Narrenschar von Honolulu auf Grossleinwand schonungslos die Kehrseite der Medaille.

Schlafend in der Beiz am Tisch, nur noch aufrecht gehalten durch mehrere Luftballons – Fasnachtsszenen der anderen Art. Manchmal gabs auch herzhaft was zu lachen: Die besten Szenen des Grenchner Plauschs kommentierte Alt-Ober-Ober Max Kaeser knochentrocken: «Zwischen Solothurn und Grenchen sollte man eine Tempo-30-Zone einrichten. Damit man dort erst ankommt, wenn der Plausch vorbei ist.» Gegröle und donnernder Applaus im Landhaussaal.

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Wolfgang Wagmann

Eine andere Szene der herzigen Art: An einem ganz frühen Fasnachtsmorgen, kurz bevor die Wischmaschinen zu wirken beginnen, führt der heutige Honolulu-Ober Samuel Hofer ein «Schissdräckzügli» mit zwei ebenfalls etwas gezeichneten Schnitzelbänklern auf dem Märetplatz rund um den noch imaginären Böögg an. Damals wusste Hofer noch nicht, dass dies eine seiner künftigen Chefsachen sein würde.

Dass Ober-Ober Markus Wälti eine klare Affinität zum Zaubern, ja Zauberhaften hat, war vielen nicht bekannt. Doch «Magic Markus», wie er sich früher nannte, hat das Tricksen immer noch drauf, wie er an einem grossen Puzzle bewies: Trotz des Einfügens zweier zusätzlicher Teile war das Zusammensetzspieli gleich gross geblieben. Dann aber überliess er das Feld dem Profi Thomas Berner, der die Gästeschar mitsamt Stadtpräsident Kurt Fluri, Stadtschreiber Hansjörg Boll und Stapo-Kommandant Peter Fedeli mit allerhand Verblüffendem zwischen Tricks und Illusionen unterhielt.

Bööggverbrennet in Zuchwil?

Nach den Strapazen für die Lachmuskulatur liess Wälti sein Vormittagsprogramm mit Hot Dogs, Weisswein und Bier im Foyer ausklingen. Derart gestärkt nahm die Narrenschar den mittlerweile eher beschwerlichen Weg zum Märetplatz hinauf unter die Füsse.

Doch zum zweiten Mal hintereinander liess die Narrenzunft die über hundertköpfige Fasnachts-Community ins Leere laufen: Keine Neuaufnahme und ergo auch keine Novizen-Produktion zum Ergötzen des Publikums war anberaumt. So blieb es beim üblichen Programmpunkt nach 11 Uhr: Vater Kurt und Sohn Umberto Ferrari holten mit vereinten Kräften das Schild «Rathausgasse» herunter und ersetzten es durch «Eselgasse».

Mittags traf sich die Narrenzunft Honolulu traditionsgemäss zum Apéro im Stadtpräsidium. Dessen Noch-Inhaber Kurt Fluri gab sein Amt nur zwei Arbeitstage nach Ferienende bereitwillig wieder ab. Er machte aber auf mögliche Fusionsfolgen aufmerksam, sollte Solothurn zu Zuchwil stossen: Man müsste dort an der Fasnacht vielleicht auch einige Beizen beim Umgang berücksichtigen und allenfalls den Böögg im Mc Donald’s-Kreisel verbrennen, wo mehr Platz für die Zaungäste als auf dem Märetplatz vorhanden sei.

Narrenzunft-Ober Samuel Hofer verdankte Fluri diese innovativen Ideen mit der Amtsenthebung, beliess ihm aber den Titel eines Panaschierkönigs durch Aufsetzen einer aus Bierdosen gefertigten Krone.