Solothurn

Kurdische Musik und Knallpetarden: 300 Personen beim 1.Mai-Umzug

Am Demonstrationsumzug zum Tag der Arbeit in Solothurn war auch ein schwarzer Block beteiligt. Die rund 50 Personen begleiteten den Umzug lautstark und mit Knallpetarden. Nach dem Umzug löste sich die Gruppe jedoch auf.

Vorne führen Kinder mit Unia-Flaggen und mit Ballonen den Marsch durch Solothurn hüpfend an, gefolgt von Meinungsträgern, die auf und neben dem Podest etwas zum Tag der internationalen Solidarität zu sagen haben. Weiter hinten die restlichen rund 300 Teilnehmer, untermalt von kurdischer Volksmusik, während Autonome das Schluss(petarden)licht bilden.

Doch trotz Knall und Rauch relativiert Walter Lüdi, stellvertretender Kommandant der Stadtpolizei: Im Vergleich zu anderen Jahren sei der Marsch ansonsten ohne Vorfälle abgelaufen. Selbiges gilt auch fürs anschliessende Solidaritätsfest in der Fischergasse, das mit Reden, Bohneneintopf und folkloristischen Tanzeinlagen begangen wurde. Dennoch war ein grosses Polizeiaufgebot vorbeugend vor Ort: Sogar auf dem Wasser waren Polizisten präsent

Demonstration zum Tag der Arbeit in Solothurn

Demonstration zum Tag der Arbeit in Solothurn

Die Kirche und die Linke

Die Ansprachen standen - wie die Transparente - ganz im Zeichen der Abstimmungen zur Mindestlohninitiative. Dort setzte auch SP-Nationalrat Philipp Hadorn den Fokus an: «Wer einen hohen Lohn hat, erhält noch mehr, wer aber kaum über die Runden kommt, hat weniger», was er mit Statistiken untermauerte. Die Antwort aufs Problem laute eben Mindestlohn.

«Noch sind sich viele Arbeitgeber nicht bewusst, dass ihr Verhalten den sozialen Frieden in unserem Land ernsthaft gefährdet», so Hadorn. Klare Worte fand er auch gegen den Gripen und die damit vermittelte «Scheinsicherheit», sowie gegen die 24-Stunden-Gesellschaft. Hadorn, der sich zu einer christlichen Grundhaltung bekennt, äusserte sich ebenso dezidiert zu Nächstenliebe und Solidarität und sprach der Linken auch ein Platz in der Kirche zu. Viel Applaus erntete aber vor allem der Redner nach ihm: Rolf Hasler, Vizepräsident des kantonalen Gewerkschaftsbunds: «Dem bürgerlichen Geld, das vor den Wahlen regiert, setzen wir unsere Überzeugungskraft entgegen.» (lds/ak/az)

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