Die zehn Asylsuchenden, die mehrere Tage lang vor dem Solothurner Hauptbahnhof gegen ihre Unterkunft in Kestenholz protestiert haben, bekommen Unterstützung. Der kurdische Kulturverein der Region Solothurn will sich für das Anliegen der Männer, die unter anderem auch aus Kurdistan (Türkei) stammen, stark machen.

Unterstützt wird der Kulturverein dabei von der Solothurner Sektion der Gewerkschaft Unia. Urheber der Solidaritätsaktion ist Kadim Catak – Mitglied des kurdischen Kulturvereins und der Juso. «Wir wollen, dass die Leute wie Menschen behandelt werden und nicht wie Tiere», begründet Kadim Catak seine Initiative.

Kritik an Asylunterkünften

Seit die Polizei das Protest-Camp am Dienstagmorgen geräumt hat, steht er weiterhin mit einem Teil der Männer in Kontakt. Diese sind vom Amt für soziale Sicherheit auf verschiedene Asylunterkünfte im Kanton verteilt worden (siehe gestrige Ausgabe). Ihre Wohnsituation sei dadurch aber nicht verbessert worden, kritisiert Catak. Im Gegenteil: «Überall gibt es Ratten und Kot», habe sich einer der Männer beschwert, der neu in Langendorf untergebracht ist.

Bilder über die Asylunterkunft in Langendorf haben auch die Unia Sektion Solothurn mobilisiert. «In der Schweiz verdient es jeder, anständig zu leben», meint Gewerkschaftssekretär Ivano Marraffino. Bedenklich sei etwa der «miserable Zustand» der Toiletten oder der «Rost in der Küche». Man müsse davon ausgehen, dass sich auch andere Asylunterkünfte in einem derart desolaten Zustand befinden.

Bis zu 300 Demonstranten erwartet

Für Donnerstagnachmittag hat der Verein eine Kundgebung durch die Solothurner Altstadt geplant. Kadim Catak erwartet für den Demonstrationszug durch die Solothurner Altstadt (ab 16.30 Uhr) rund 200 bis 300 Teilnehmende.

Die Demo, die um 16.30 Uhr vor der GIBS Solothurn startet, ist gemäss Auskunft von Peter Fedeli, Kommandant der Solothurner Stadtpolizei, bewilligt worden.

Parteien gehen auf Distanz

In einzelnen Medien ist die geplante Kundgebung als «Grossdemo linker Parteien» angekündigt worden. SP und Grüne – einschliesslich ihrer Jungparteien – distanzieren sich aber von der Solidaritätsaktion.

Einzelne Grüne, darunter Christof Schauwecker, Co-Präsident der Grünen Kanton Solothurn, zeigten zu Beginn Sympathien für den Sitzstreik auf dem Bahnhofplatz. «Ich habe dann aber nicht verstanden, dass keiner der Männer auf die Vermittlungsangebote des Kantons eingegangen ist.»