Kunstprojekt
Kunstvolle Schriftzeichen verbinden in Solothurn Kulturen

20 Jugendliche aus der Schweiz und aus dem Ausland gestalten diese und nächste Woche in Solothurn interkulturelle Schriftbilder.

Yvonne Aregger
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Interkulturelle Schriftbilder: Teilnehmer und Malende
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Kunstprojekt Interkulturelle Schriftbilder

Interkulturelle Schriftbilder: Teilnehmer und Malende

Yvonne Aregger

Kunst verbindet bekanntlich Menschen. Dieser Meinung ist auch Gabriella Affolter. Sie veranstaltet zusammen mit Daniel Lüthi in diesem Jahr bereits zum 14. Mal das Projekt «Interkulturelle Schriftbilder». Dabei geht es nicht nur ums Malen selbst, sondern auch darum, Menschen aus verschiedenen Ländern – mit verschiedenen Kulturen – zusammenzuführen.

Zuerst zum Grundlegenden: Was sind überhaupt Schriftbilder? «Ein Schriftbild ist eine Verbindung von Schrift und visuellem Gestalten», erklärt Affolter. Dadurch, dass nicht nur Jugendliche aus der Schweiz, sondern auch aus dem Iran, Georgien, Syrien, Spanien, Südkorea und Israel am Projekt teilnehmen. «In einigen Ländern ist die Schrift etwas sehr Wichtiges, schönes Schreiben wird dort gross geschrieben.

Jedes Jahr kommen neue Menschen mit neuen Ideen und nehmen am Projekt teil.» Die meisten Teilnehmer sind von Kunstschulen, aber einige unter ihnen haben auch keine Ausbildung im Kunstbereich. Unabhängig von Nationalität, Religion oder Ausbildung verbindet sie vor allem etwas – das Interesse für Kunst. «Sie alle sind Kunstschaffende.»

Gemeinsam leben und schaffen

Die Teilnehmer leben während den zwei Wochen, die sie in Solothurn verbringen, im Pfadiheim nahe der Verenaschlucht. «Viele von ihnen kommen aus einer Grossstadt. Oftmals schätzen sie die Natur um sie herum und die überschaubare Grösse unserer Barockstadt», erzählt Affolter. «Sie kochen auch zusammen, unter anderem lernen sie so in den zwei Wochen die Kulturen der anderen Teilnehmer kennen.»

Das Projekt dient vor allem dem Austausch unter Kunstschaffenden aus verschiedenen Ländern. «Es ist aber auch ein Friedensprojekt, die Teilnehmer lernen, fremde Kulturen zu respektieren und zu tolerieren. Sie hinterfragen Vorurteile, die sie vorher hatten», berichtet Affolter. Einige der früheren Teilnehmer hätten noch heute Kontakt. Obwohl Affolter der Austausch zwischen den Jugendlichen sehr wichtig ist, liegt der Fokus in den zwei Wochen vor allem auf der Kunst. «Der Austausch kommt automatisch.»

Affolter lädt während den zwei Wochen jeweils noch Schulklassen ins Atelier ein. Dadurch erhalten auch die hiesigen Schulkinder einen Einblick in fremde Welten, es findet auch so ein Austausch statt. Gabriella Affolter will das Projekt in Zukunft nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Ausland anbieten. Einmal hat sie es bereits in Georgien durchgeführt. «Dort muss man das Projekt einfach ganz anders planen», erklärt Affolter. «Vielen Kunstschulen in ärmeren Ländern fehlt es schlichtweg an Material. Die künstlerische Ausbildung dort ist allerdings meist besser als bei uns. Dort wird noch das Handwerk des Künstlers erlernt.»

Vernissage mit Begegnung

Die grosse Vernetzung, die Affolter weltweit hat, kommt von jahrelangem Kontakt mit Zuständigen aus den verschiedenen Ländern. Das Projekt stösst ausserdem auf grosses Interesse bei Kunstschaffenden. Man muss sich bei Affolter und Lüthi schriftlich bewerben. «Das Motivationsschreiben ist grundsätzlich entscheidend, nicht unbedingt die Ausbildung», erklärt Affolter. Letztendlich setzt sich die Gruppe aus ungefähr fünf Schweizern und 15 Ausländern zusammen.

Die Schriftbilder, die in den zwei Wochen entstehen, feiern am 17. August eine Vernissage. «Es gibt auch einen Apéro», erklärt Affolter fröhlich. Zudem seien die Künstler anwesend und man könne sich mit ihnen unterhalten.

Im Rahmen des Projekts entsteht ausserdem ein gemeinsames grossformatiges Schriftbild an einer Wand des ehemaligen Attisholz-Areals. Dieses bildet den Abschluss des zweiwöchigen Projekts. Dann treten die Jugendlichen die Heimreise an.

Die Vernissage findet am Freitag 17. August ab 19 Uhr in der Galerie Löiegruebe statt. Am Samstag können die Schriftbilder von 11–17 Uhr betrachtet werden. Sowohl die Vernissage als auch die Ausstellung sind öffentlich. Weitere Infos gibt es hier.