«Der Vorstand des Kunstvereins Solothurn möchte in der Stadt eine neue, kleine Ausstellungsform initiieren. Für den Bau des Kunstschaukastens hat sich der Künstler Jürg Hugentobler an der Form alter Dia-Betrachter orientiert», so die Idee der Initianten. Das geplante Objekt zum Hineinschauen soll Passanten zum Verweilen einladen, indem sie durch den «Viewer» Kunst betrachten.

Der Vorstand des Kunstvereins möchte aber vor allem Kunstschaffenden die Gelegenheit für kleine Wechselausstellungen bieten. Geplant ist eine Kadenz von vier Ausstellungen pro Jahr. Dies ermögliche eine sorgfältige Planung gemeinsam mit der Künstlerin oder dem Künstler. Gleichzeitig bleibe der Kunstschaukasten durch die relativ raschen Wechsel für das Publikum auch spannend, glauben die Initianten.

Wobei ihre Idee so neu nicht ist: In Winterthur existiert bereits der erfolgreiche «Kunstkasten», in Luzern etwa gibts die Kunstvitrinen am Mühleplatz und beim Bourbaki-Panorama.

Wer was zahlt

Die nächsten fünf Jahre will der Kunstverein vorerst den Kunstschaukasten betreiben, im Erfolgsfall auch länger. Für die Realisierung des «Viewers» wurde von der Projektgruppe ein Budget von 43 500 Franken erarbeitet. Die Betreuung des Schaukastens und die Organisation der Ausstellung erfolgen ehrenamtlich durch den Vereinsvorstand. Der oder die Kunstschaffende für die erste, diesen Frühling geplante Ausstellung wird noch der Kunstverein auswählen und bestimmen.

Dann geht es im Einladungsprinzip weiter: Immer die ausstellende Person lädt ihre Nachfolgerin oder ihren Nachfolger aus. Möglich sollen alle Präsentationen sein, Geräte- und Produktionskosten, die allerdings das vorgesehene Budget sprengen, «gehen zulasten der Kunstschaffenden», betont der Verein. Im Übrigen wird die Stromversorgung des «Viewers» über ein Solar-Panel gewährleistet.

Noch ist der Kunstschaukasten nicht bewilligt. So wird das Baugesuch derzeit von der Altstadtkommission geprüft, die laut Auskunft des Stadtbauamtes im Februar ihren Entscheid fällt.