Kulturgüterschutzraum

Kunstmuseum Solothurn lädt Besucher in die Katakomben ein

Zahlreich kam das Publikum am Samstag zum Tag der offenen Tür des Kulturgüterschutzraumes.

Für einmal versammelten sich Kulturinteressierte nicht vor dem herrschaftlichen Eingang des Kunstmuseums, sondern vor einer unscheinbaren Türe an der Rückseite des Hauses. Treppenstufen führen zu unterirdischen Gebäudekomplexen, wo am Samstag der neue Kulturgüterschutzraum besichtigt werden konnte, der selber Millionen kostete und ab Frühling Kunstschätze für Abermillionen beherbergen wird.

«Was wären wir ohne Giacometti und Hodler und all die anderen Künstler», sinnierte Kantonsrätin und Solothurner Gemeinderätin Franziska Roth. Auch wenn sie den «Kunstaufbewahrungs-Raum» architektonisch nicht beurteilen könne, so schätze sie den sicheren Ort für all die im Kunstmuseum versammelten Werte. Der Solothurner Hanspeter Mathys hat den «Kultur-Bunker» genau analysiert und stellt fest: «Ein eindrückliches Bauwerk; durchdacht, raffiniert und ausgeklügelt. Ein Gewinn für unsere Stadt, die Agglomeration und darüber hinaus. Und fast alles bleibt unsichtbar.»

«Hier könnte ein Jumbo landen»

Die Katakombe des Kunstmuseums fasziniert nicht nur Stadtbewohner, sondern strahlt weit in die Region. Gertrud Kläusler wohnt in Oberdorf, geniesst die kulturelle Vielfalt in Solothurn, besucht häufig Ausstellungen und Konzerte. Am Tag der offenen Tür plauderte sie mit Museumstechniker und Hauswart Til Frentzel und lobte die Investition für den Schutz der Kunstsammlung. «Hier könnte ein Jumbo landen und die Schätze wären trotzdem in Sicherheit.

Der ganze Bau ist solide, durchdacht und den internationalen Sicherheitsstandards entsprechend konzipiert», freut sie sich. Besonders beeindruckte sie der Vierundzwanzig-Stunden-Raum, wo sich die Kunstwerke an die Raumbedingungen akklimatisieren können. Ebenso toll fand sie die metallene «Aufbewahrungsvorrichtung», mit der Gemälde nicht nur gelagert, sondern übersichtlich registriert und bewirtschaftet werden. Deren Konstruktion demonstrierte Konservator Christoph Vögele voller Stolz den Teilnehmern der Führungen.

Die Umbauzeit hat sich gelohnt

Nach der Besichtigungsrunde im Untergeschoss des Museums genossen die Besucher wieder Tageslicht und einen Teller Pasta im Festzelt. Selbstverständlich war nicht allein der leere Kunstaufbewahrungsraum zu beäugen, sondern in den Ausstellungsräumen des Kunstmuseums konnten die wertvollen Unikate bewundert werden.

Die Aufsichts-Damen freuten sich, wenn Kunstbeflissene auch bei ihnen vorbeischauten. «Wir sind sehr stolz auf den zeitgemässen Museumsbetrieb», meinte Esther Eggenschwiler. «Die zweijährige Umbauzeit forderte uns einiges ab, aber es hat sich gelohnt», ergänzten Diana Brunner vom Empfang und Aufsicht Jacqueline Kummli unisono. Auch Allrounderin und Reinigungskraft Nafija Sabotic identifiziert sich total mit dem Kunstmuseum und schmunzelte: «Alles ist topmodern und sicher.» Damit brachte sie die wichtigsten Eigenschaften des neuen Kulturgüterschutzraumes auf den Punkt.

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