Kulturgüterschutzraum
Kunstmuseum Solothurn lädt Besucher in die Katakomben ein

Zahlreich kam das Publikum am Samstag zum Tag der offenen Tür des Kulturgüterschutzraumes.

Silvia Rietz
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Tag der offenen Tür im Kulturgüterschutzraum in Solothurn

Tag der offenen Tür im Kulturgüterschutzraum in Solothurn

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Für einmal versammelten sich Kulturinteressierte nicht vor dem herrschaftlichen Eingang des Kunstmuseums, sondern vor einer unscheinbaren Türe an der Rückseite des Hauses. Treppenstufen führen zu unterirdischen Gebäudekomplexen, wo am Samstag der neue Kulturgüterschutzraum besichtigt werden konnte, der selber Millionen kostete und ab Frühling Kunstschätze für Abermillionen beherbergen wird.

«Was wären wir ohne Giacometti und Hodler und all die anderen Künstler», sinnierte Kantonsrätin und Solothurner Gemeinderätin Franziska Roth. Auch wenn sie den «Kunstaufbewahrungs-Raum» architektonisch nicht beurteilen könne, so schätze sie den sicheren Ort für all die im Kunstmuseum versammelten Werte. Der Solothurner Hanspeter Mathys hat den «Kultur-Bunker» genau analysiert und stellt fest: «Ein eindrückliches Bauwerk; durchdacht, raffiniert und ausgeklügelt. Ein Gewinn für unsere Stadt, die Agglomeration und darüber hinaus. Und fast alles bleibt unsichtbar.»

«Hier könnte ein Jumbo landen»

Die Katakombe des Kunstmuseums fasziniert nicht nur Stadtbewohner, sondern strahlt weit in die Region. Gertrud Kläusler wohnt in Oberdorf, geniesst die kulturelle Vielfalt in Solothurn, besucht häufig Ausstellungen und Konzerte. Am Tag der offenen Tür plauderte sie mit Museumstechniker und Hauswart Til Frentzel und lobte die Investition für den Schutz der Kunstsammlung. «Hier könnte ein Jumbo landen und die Schätze wären trotzdem in Sicherheit.

Der ganze Bau ist solide, durchdacht und den internationalen Sicherheitsstandards entsprechend konzipiert», freut sie sich. Besonders beeindruckte sie der Vierundzwanzig-Stunden-Raum, wo sich die Kunstwerke an die Raumbedingungen akklimatisieren können. Ebenso toll fand sie die metallene «Aufbewahrungsvorrichtung», mit der Gemälde nicht nur gelagert, sondern übersichtlich registriert und bewirtschaftet werden. Deren Konstruktion demonstrierte Konservator Christoph Vögele voller Stolz den Teilnehmern der Führungen.

Kulturgüterschutzraum unter dem Kunstmuseum Solothurn vor der Eröffnung
10 Bilder
Kulturgüterschutzraum unter dem Kunstmuseum Solothurn vor der Eröffnung
Der Kleinskulpturen-Raum ist noch mit Arbeitsgeräten gefüllt.
Neue Objekte werden im «24-Stunden-Raum» begutachtet.
Ein moderner, drei Meter hoher Lift erleichtert Transporte.
Vom neuen Kulturgüterschutzraum ist oberirdisch nur dieser Fluchtschacht (im Vordergrund) erkennbar.

Kulturgüterschutzraum unter dem Kunstmuseum Solothurn vor der Eröffnung

Thomas Ulrich

Die Umbauzeit hat sich gelohnt

Nach der Besichtigungsrunde im Untergeschoss des Museums genossen die Besucher wieder Tageslicht und einen Teller Pasta im Festzelt. Selbstverständlich war nicht allein der leere Kunstaufbewahrungsraum zu beäugen, sondern in den Ausstellungsräumen des Kunstmuseums konnten die wertvollen Unikate bewundert werden.

Fluri beschenkt Vögele

An der offiziellen Eröffnung überreichte Stadtpräsident Kurt Fluri Konservator Christoph Vögele einen Rahmen für einen zukünftigen Picasso. Fluri unterstrich die Bedeutung der Kunstmuseum-Sammlung, die sich auf Mäzene wie Oscar Miller, Josef Müller, Gertrud Dübi-Müller und Dr. Walter Schnyder stützt.

Ihre gesammelten Werke von Hodler, Giacometti, Buchser, Amiet und anderen machen «einen massgeblichen und den für die Schweizer Malerei erstrangigen Teil des Kunstmuseums Solothurn aus.» Dies neben Meisterwerken von van Gogh, Klimt, Picasso oder Matisse. Der 1981 erstellte Kulturgüterschutzraum habe auch von der Kapazität her nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprochen. Im neuen Raum können nun die Sammlungen fachgerecht gelagert werden. (ww)

Die Aufsichts-Damen freuten sich, wenn Kunstbeflissene auch bei ihnen vorbeischauten. «Wir sind sehr stolz auf den zeitgemässen Museumsbetrieb», meinte Esther Eggenschwiler. «Die zweijährige Umbauzeit forderte uns einiges ab, aber es hat sich gelohnt», ergänzten Diana Brunner vom Empfang und Aufsicht Jacqueline Kummli unisono. Auch Allrounderin und Reinigungskraft Nafija Sabotic identifiziert sich total mit dem Kunstmuseum und schmunzelte: «Alles ist topmodern und sicher.» Damit brachte sie die wichtigsten Eigenschaften des neuen Kulturgüterschutzraumes auf den Punkt.

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