Heute Abend dreht sich in der SRF-Sendung Kulturplatz alles rund ums Thema «Geben und Nehmen»: Da ist der Solothurner «Kunst-Supermarkt» wie geschaffen dafür. Verschiedene Gründe haben dazu beigetragen, als Schauplatz der heutigen Sendung die Rothus-Halle zu wählen. Peter-Lukas Meier, Inhaber des Verlags Rothus AG und Organisator des Kunst-Supermarkts, erklärt, dass sein Verlag fleissig Medienarbeit mache.

«So sind wir auf dem Radar von Kulturmedien», sagt er. Ein weiterer Grund könne die grosse Halle sein: «Wie bei einer Ausstellung ist auch für eine Fernsehsendung die Kulisse äusserst wichtig.» Grossräumig und gut belichtet, scheint die RothusHalle wie geschaffen für eine Fernsehproduktion. Doch nicht nur praktische Gründe führten das Schweizer Fernsehen nach Solothurn.

Wie Moderatorin Eva Wannenmacher erklärt, gibt es noch weitere Motivationen. Einerseits sei diese Aktion eine Provokation für die Kunst: «Kunst ist hier erschwinglich. Es ist eine niederschwellige Einladung, Kunst zu kaufen», so Wannenmacher. Andererseits bestehe eine starke thematische Verbindung zwischen dem Oberthema «Geben und Nehmen» und dem Kunst-Supermarkt.

Moderatorin Eva Wannenmacher (r.) bespricht im Kunst-Supermarkt mit der Künstlerin Ivonne Schubert die Aktion «Pimp my Art»

Moderatorin Eva Wannenmacher (r.) bespricht im Kunst-Supermarkt mit der Künstlerin Ivonne Schubert die Aktion «Pimp my Art»

«Pimp my Art»

Die Aktion, um die sich die Sendung drehen wird, nennt sich «Pimp my Art». Wie bereits der Titel verrät, geht es hierbei um die Aufbereitung und Neuinterpretation von alten Bildern, die verstaubt im Estrich liegen und vielleicht auf dem Flohmarkt gekauft wurden.

Der Ablauf der Aktion ist simpel: Der Besitzer nimmt das Bild in den Kunst-Supermarkt mit, die Künstler lassen sich spontan inspirieren und «pimpen» es anschliessend. Mitspracherecht hat der Besitzer kaum, den Künstlern wird freie Hand gelassen. Genau das kann in der Sendung live miterlebt werden.

Keine gewöhnlichen Kunden

Vor den eigentlichen Dreharbeiten spricht sich Eva Wannenmacher mit der Künstlerin Ivonne Schubert ab. Die Künstlerin erzählt von ihrer Idee für die Neubearbeitung des alten Bildes und die Moderatorin hört ihr gespannt zu.

Ergänzend diskutieren sie miteinander über das alte Bild – und darüber, wie es werden sollte. Es sprudelt vor Ideen und es entsteht eine spannende Diskussion, die schnell zu einem zufriedenstellenden Schluss führt. «Es wird radikal sein», bemerkt Wannenmacher.

Diesmal hat Ivonne Schubert jedoch keine gewöhnlichen Kunden: «Normalerweise bin ich alleine und kann in meiner Welt malen, jetzt bin ich sehr aufgeregt», gibt die Künstlerin zu. Nicht zuletzt auch wegen der Schwierigkeit der Aufgabe: «Aus Alt mach Neu» sei hier mit Respekt verbunden. «Jemand hat das Bild bereits gemalt und dem will man gerecht werden», erklärt Schubert.

«Besser im Nehmen»

Wie für die Künstler, so auch für das SRF: Die Ideenfindung stellt für die Sendungsproduktion eine zentrale und komplexe Aufgabe dar. Wie Wannenmacher erklärt, stehe ein ganzes Redaktionsteam hinter der Sendung, Mitspracherecht haben sie alle. Die Sendungen behandeln jeweils ein allgemeines Oberthema, das kulturell sehr vielfältig verstanden und umgesetzt werden kann.

So wird heute facettenreich «Geben und Nehmen» thematisiert. Dazu meint Eva Wannenmacher: «Unsere Gesellschaft ist besser im Nehmen als im Geben.» Gerade darum sei die heutige Sendung eher aufs Geben fokussiert, erklärt die Moderatorin.

Hierfür wird nebst der «Pimp my Art»-Aktion ein Projekt von Web-Aktivisten vorgestellt, die eine Plattform erschaffen haben, um Flüchtlingen zu helfen. Zudem wird der Reggae-Sänger Dodo dabei sein, der den Entschluss gefasst hat, «mehr zu geben». Zuletzt wird auch über Organspende berichtet, denn auch hier dreht sich alles ums Geben.

Auch der Rothus-Verlag wird etwas geben: Das live neu entstandene Bild wird am Schluss der Sendung verlost.

Ausstrahlung: Heute Mittwoch, 23. November, um 22.25 Uhr auf SRF 1.