«Besser als die vergangenen drei Male.» So bilanziert Kunst-Supermarkt-Schöpfer Peter Lukas Meier die 19. Aufführung des Anlasses in der Rothus-Halle: Von den über 7000 Originalwerken aus den Werkstätten von 93 Kunstschaffenden gingen über 3000 Stück über den Ladentisch. Und mehr noch als sonst habe die Kundschaft eher die Bilder mit höher dotierten Preisschildern angepeilt.

Der Erfolg zeigte sich auch an einer gradlinigen Verkaufskurve über die ganzen acht Wochen. Nur in den ersten Tagen des Kunst-Supermarkts verzeichnet Meier traditionsgemäss einen noch grösseren Publikumsansturm. An Spitzentagen des Kunst-Supermarkts waren rund 10 bis 12 Helfer am Start.

«Und auch in der Altjahreswoche hatten wir ‹volles Haus›. Die Leute nahmen sich Zeit für einen Besuch bei uns, um sich grosszügig selbst was zu gönnen.» Als Weihnachtsgeschenk selbst kommen Bilder nämlich eher weniger infrage. «Der Kauf von Kunst ist immer auch Geschmackssache. Man muss jemanden schon sehr gut kennen, um ihm ein Bild zu schenken.»

«Es herrschte stets eine gute Stimmung», fasst Meier den Erfolg zusammen. Dies gelte auch für die fünf Künstleratelier-Wochenenden, an denen die Kunstschaffenden und zahlreiche Kunstliebhaber in Kontakt treten konnten.

Viele Zürcher und Romands

Ganz sicher ist Meier über die äusseren Gründe des Anlasserfolgs nicht. Aber: «Wir haben viel in Social Media investiert und gerade auch im Raum Zürich auf vielen Kanälen geworben.» So seien denn auch viele Interessierte aus Zürich gekommen. Und aus der Romandie sei Kundschaft gar mit dem Car angereist.

«Je länger je mehr wird der Kunst-Supermarkt als Ausflugsziel erkannt, das auch die Stadt Solothurn bewirbt», sagt Meier. Er weiss, dass viele vor oder nach dem Kunst-Supermarkt auch der Altstadt einen Besuch abstatten. «Das können auch Gewerbetreibende bestätigen», so Meier. Umgekehrt sei es hingegen schwierig, die Laufkundschaft aus der Altstadt Richtung Rothus-Halle in der Vorstadt zu lotsen.

Langfinger bis Superreicher

Einmal mehr habe der Kunst-Supermarkt gezeigt, dass er «aller Gattig» Kundschaft anzulocken vermag. Einmal eher unangenehm, wie Meier berichtet: «Ein Dieb hat sich den Rucksack mit Bildern gefüllt.

Noch bevor wir auf den Hinweis eines Besuchers reagieren konnten, war dieser schon verschwunden.» Auf der anderen Seite habe einer der reichsten Schweizer incognito die Veranstaltung besucht und als Kunstkenner eine ganze Bilder Serie gekauft. Für jeden vertretenen Kunstschaffenden fanden sich auch Abnehmer. «Nur die Kunst aus fremden Kulturen hatte es eher schwer.»

Unkopierbar?

Schon mehrfach seien Versuche, den Kunst-Supermarkt von Solothurn zu kopieren, gescheitert, weiss Meier. «Was beim Inhalt nicht stimmt, kann auch ein starkes Marketing nicht wettmachen.» Die Maxime zur Qualitätssicherung sei deshalb, immer neue, nicht verstaubte Ware anzubieten. «Darüber hinaus ermutigen wir unsere Künstler auch, ihre Werke schön zu präsentieren.»

Noch während die unverkauften Werke verpackt und auf den Heimweg geschickt werden, planen Meier und sein Team bereits die 20. Durchführung des Kunst-Supermarkts, die am 8. November startet. Ein Begleitprogramm mit Aktionen und Kunstevents soll das Jubiläum zieren. «Mein Traum wäre auch, ein Café für die Besucher einzurichten.»