Bahnhofplatz
Künftig soll es nur noch eine Spur geben, dafür bleibt es länger grün

Im Sommer 2014 wird der Verkehrsknoten vor dem Hauptbahnhof Solothurn optimiert. Wer vom Dornacherplatz her kommt, wird in der rechten Spur nur noch Richtung Zuchwil fahren können. Den Linksabbiegern bleibt nur noch eine Spur zur Rötibrücke.

Wolfgang Wagmann
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Das Bipperlisi vereinfacht die Sache nicht gerade
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Der Bahnhofplatz Solothurn hat viele Verkehrsansprüche zu befriedigen
Die Grünphase soll von 12 auf 17 Sekunden verlängert werden
Die Linksabbieger sind in der Überzahl
Bahnhofplatz Solothurn
Rechtsabbieger in die Rötistrasse soll auch einfacher werden

Das Bipperlisi vereinfacht die Sache nicht gerade

Wolfgang Wagmann

Auf ihm tummelt sich alles: Bus, Bipperlisi, Fussgänger, ab und zu ein waghalsiger Velofahrer, dazu alle hinter dem Autosteuer. Der Bahnhofplatz ist ein kniffliges Nadelöhr vor allem für die Verkehrsplaner. Nun soll in den nächsten Sommerferien während einer Woche alles ein bisschen anders werden.

Markanteste Änderung: Vom Dornacherplatz her kann künftig in der rechten Spur nur mehr geradeaus Richtung Zuchwil gefahren werden, für Linksabbieger bleibt nur noch eine Spur zur Rötibrücke verfügbar.

«Mit der Verkehrserhebung 2010 hat sich gezeigt, dass die Fahrbeziehung Dornacherstrasse - Rötistrasse geringer ist als im Verkehrsmodell ermittelt und daher eine Spur ausreichend ist», versichert Patrick Kissling, Leiter Verkehrstechnik und stv. Abteilungsleiter Strassenbau im Amt für Verkehr und Tiefbau AVT. Mit der geplanten Entflechtung könne der Phasenablauf am Knoten «optimiert und die Knotenkapazität erhöht werden».

17 statt nur 12 Sekunden grün

Auf den ersten Blick ist diese Aussage wenig plausibel, da klar mehr Autos nach links abbiegen als geradeaus fahren - und clevere Linksabbieger die rechte Spur nutzen, um so rascher auf die Rötibrücke zu gelangen. Dadurch werden beide Spuren etwa gleich ausgelastet. Das Amt hat tatsächlich pro Spur rund 230 Fahrzeuge in der Abendspitzenstunde von 16 bis 17 Uhr errechnet, wovon auf der rechten Spur 70 Autos links abbiegen.

Diese Mehrbelastung durch die Konzentration auf nur noch eine linke Spur soll jedoch durch eine längere Grünphase von neu 17 statt nur 12 Sekunden aufgefangen werden. «Diese Verlängerung wird möglich, weil wir mit der separaten Beschaltung der Linksabbieger und dem Geradeausverkehr eine Phase im gesamten Umlauf der Lichtsignalanlage einsparen können», betont Kissling.

Weiterer Vorteil der Beschränkung auf eine Spur: Wer von der Luzernstrasse rechts in Richtung Rötibrücke abbiegt erhält grün, auch wenn das Bipperlisi auf dem Platz ein- oder ausfährt. Dies, weil mit nur noch einer Spur auf der Rötistrasse die Situation neu übersichtlich wird und für den Auto- wie Bahnverkehr klar zu erkennen ist.»

Mit der fixen Koordination werde zudem gewährleistet, dass der Verkehr am Knoten Schänzlistrasse nicht mehr aufläuft und sich staut. «Dieser Aspekt ist bei der Optimierung der Abläufe sehr wichtig», betont Patrick Kissling.»

Was sonst noch neu wird

Während sich für die Fussgänger nichts ändern soll, wird neu für die Velofahrenden vom Dornacherplatz her Richtung Rötibrücke ein «indirektes Linksabbiegen» angeboten. Das heisst, der Zweiradverkehr wird zum Fussgängerstreifen und dann parallel zu diesem über den Platz gelotst. Patrick Kissling; «Geübten Velofahrerinnen und Velofahrern ist es jedoch erlaubt, die Linksabbiegespur weiter zu benutzen.»

Mit der Konzentration auf eine Spur vor dem «Zürichhaus» erhält der Bus bei der Ampel der Schänzlistrasse eine eigentliche «Busschleuse». Auch kann bei der dortigen Einmündung durch die separate Beschaltung des Rechtsabbiegers die dortige «Konfliktgrün-Steuerung» aufgehoben werden - Fussgänger müssen also nicht mehr mit Autos rechnen, die trotz Grün am Fussgängerstreifen in die Schänzlistrasse abbiegen. «Die Optimierung wurde aufgrund von Rückmeldungen der Polizei, Verkehrsbetriebe und Verkehrsteilnehmer veranlasst», erklärt Patrick Kissling.

Die künftige Situation auf dem Bahnhofplatz wurde durch verkehrstechnische Berechnungen sowie eine umfassende Simulation überprüft. Ein Verkehrsversuch sei allerdings wegen «den umfangreichen Anpassungen an die Steuerungsprogramme» nicht möglich. Verbessert soll mit dem neuen Regime auch die Sicherheit für Zweiradfahrer werden. Bisher hatten die zwei Abbiegespuren mit dem «Reissverschluss» vor der Rötibrücke bei ortsunkundigen Autolenkern für Konfliktsituationen gesorgt.