In Bern wurde die antifaschistische Kundgebung zweimal verhindert, am Freitag in Solothurn wurde sie aber geduldet. Obwohl kein Bewilligungsgesuch eingegangen war, wurde den rund 200 zum Teil vermummten Demonstranten eine vorgegebene Route gewährt

Begründet wird der Entscheid unter anderem mit der Versammlungsfreiheit. Das Gefährdungspotenzial sei grösser, wenn man im Vorhinein alles unterdrücken würde, sagt Solothurns Stadtpräsident Kurt Fluri gegenüber TeleM1. «Es ist immer eine Interessensabwägung zwischen Demonstrationsrecht, Meinungsfreiheit und der Gefährdung öffentlicher Güter.»

Walter Gurtner kann diese Einstellung gar nicht verstehen. «Alle Demonstrationen, die in Bern oder Zürich nicht durchgeführt werden, werden dann in Solothurn stattfinden», meint der SVP-Kantonsrat zum Regionalsender. 

Kurt Fluri hingegen glaubt nicht an eine solche Entwicklung, da Solothurn auch nicht so symbolträchtig sei. Seiner Meinung nach würde ein Verbot die Demonstranten magisch anziehen. «Es gibt Leute, die Konflikte suchen.» Weil kein Radau zu erwarten war, sei die Demonstration in Solothurn deshalb für manche vielleicht nicht so attraktiv gewesen. 

Am Freitag kam es vereinzelt zu Sprayereien und Sachbeschädigungen.

Eine mögliche nächste Kundgebung wird die Stadt wieder situativ beurteilen. Am Freitag kam den Demonstranten auch die späte Startzeit zugute. Um 20.30 Uhr waren die Läden bereits geschlossen. (ldu)

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