Immerhin machten die häufigen Starkregentage in diesem Monat einen gnädigen Bogen um die gehäuften Feiertage. Aber die 275,7 Liter Regen pro Quadratmeter im Wallierhof Riedholz – in Solothurn waren es 75 Liter weniger – entsprechen mehr als dem Doppelten der durchschnittlichen Monatsmenge.

Vor Überschwemmungen blieb die Region zwar diesmal verschont, doch litt die Aareschifffahrt in der zweiten Maihälfte einmal mehr unter den Wassermassen der Aare, die den Betrieb einschränkten. Die Temperaturen lagen dagegen im Normalbereich mit einem Monatsmittel von 14,1 Grad.

Biker im Wetterglück

Nach dem verregneten Tag der Arbeit liess sich der Mai 2016 vorerst gar nicht so übel an, auch wenn die Bise vorerst noch tagelang kräftig blies. Doch zunehmend wärmer und sonniger wurde es am Auffahrts- und auf den Muttertag am 8. Mai hin, an dem die 30'000 Teilnehmer des SlowUps zwischen Solothurn und dem Bucheggberg beste Bedingungen vorfanden.

Der grosse Schlechtwettereinbruch folgte in den Tagen vor Pfingsten, als in Solothurn vom 12. bis 14. Mai innert 48 Stunden knapp 100 Liter Regen pro Quadratmeter registriert wurden.

Das Pfingstwochenende selbst blieb bei kühler Witterung weitgehend trocken – die Eisheiligen mit der kalten Sophie am 15. brachten wenigstens keinen Schnee mehr bis auf den Weissenstein.

Die nun einsetzende Erwärmungsperiode wurde am Sonntag, 22. Mai, mit dem ersten veritablen Sommergewitter und erneutem Starkregen beendet. Schön und recht warm zeigte sich Fronleichnam nochmals von der besseren Maiseite, ehe am Samstag drauf eine dritte Starkregenperiode mit Gewittern und Hagel im Raum Wasseramt/Bucheggberg in einen windig-kühlen und grauen Monats-Finish überleitete.

Fluch des Schaltjahrs?

Nun, nächste Woche zeigt sich für einige Tage der Sommer, doch Bestand dürfte er kaum haben: Denn ausgerechnet auf den Start der Fussball-Europameisterschaft am 10. Juni hin scheint sich ein hartnäckiges Schottlandtief auszubilden, das der Schweiz eher kühle und feuchte Tage bringen könnte. Und damit vielleicht eine wenig verheissungsvolle Wetterregel bestätigt: In Schaltjahren soll es keinen richtigen Sommer geben.

Tatsächlich dementieren diese düstere Prognose unsere Wetter-Annalen seit der Jahrtausendwende nicht im geringsten. 2000, 2004, 2008 wie auch 2012 waren durchwegs wechselhafte Sommer gewesen – ohne jene markanten Langzeit-Schönwetterperioden, wie es sie 2003 oder im Vorjahr gegeben hatte. Sicherlich noch in Erinnerung ist die Fussball-EM in unserem Land, die Euro 08, die ebenfalls gar kein Sommer-Feeling vermitteln konnte.