Solothurn
«Krone»-Bauherr und Nachbar einigen sich - Baubeginn im Herbst 2015

Der Bauherr des Hotels Krone in Solothurn und der Nachbar haben diese Woche einem Vergleich zugestimmt. Die Bauherrschaft verzichtet auf die im Innenhof vorgesehenen Parkplätze, kann aber die «Krone» und das Leistgebäude gemäss Projekt realisieren.

Wolfgang Wagmann
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Die Krone wird zu einem Boutique-Hotel mit 28 Zimmern. (Visualisierung)

Die Krone wird zu einem Boutique-Hotel mit 28 Zimmern. (Visualisierung)

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Noch vor wenigen Tagen hatte Solothurns Stadtpräsident Kurt Fluri die Prognose gewagt: «Ich rechne demnächst mit einem Entscheid zum Hotel Krone.» Vielleicht wusste er es auch schon, denn just an jenem Tag, dem 4. Mai, kam offenbar der entscheidende Durchbruch zustande. Denn nun wurde aus Zürich verlautet: «Am 4. Mai haben der Credit Suisse Real Estate Fund Hospitality, Bauherr des Hotels Krone, und der Nachbar einem Vergleich zugestimmt. Die Bauherrschaft verzichtet auf die im Innenhof ursprünglich vorgesehenen Parkplätze, kann aber die Krone und das Leistgebäude gemäss Projekt realisieren.»

Daneben würden im Vergleich weitere kleinere Projektanpassungen geregelt, die teilweise noch der Zustimmung der Denkmalpflege bedürfen, teilt der Immobilienfonds der Credit Suisse als Baurechtsnehmer von Stadt und Kanton Solothurn mit. Die Zustimmung dazu sei jedoch in Aussicht gestellt worden. «Die Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht sind damit beendet», wird weiter in der Medienmitteilung festgehalten.

Bald gehts los

«Der Baubeginn ist auf Herbst 2015 vorgesehen», bestätigt Daniela Zulauf Brülhart weiter für den CS Immobilienfonds. Gemäss den bisherigen Plänen wird das Hotel Krone zu einem Boutique-Hotel mit 28 Zimmern. Der Saal im Obergeschoss bleibt ebenfalls bestehen und im Erdgeschoss entstehen eine Brasserie und eine Kaffeebar.

Bereits vor längerer Zeit hat sich die Genossenschaft Baseltor entschieden, nach den Umbauarbeiten, die auf eineinhalb Jahre veranschlagt sind, das Hotel mitsamt Restaurant und Saal zu betreiben. Die Genossenschaft wird damit eine vierte Lokalität in Solothurn führen – nach dem «Solheure», dem «Salzhaus» und dem Stammhaus Baseltor, das ebenfalls Hotelzimmer aufweist.

Und die Garage?

Im südwärts sich erstreckenden Leisttrakt entstehen im Erdgeschoss Ladenflächen für den Detailhandel und über dem ersten Obergeschoss acht Wohnungen. Der Trakt, der vom CS Immobilienfonds selber vermarktet und vermietet wird, sollte ein neues Dach mit eingebauter Wohnung erhalten, was sowohl bei der Denkmalpflege wie einem Nachbarn in dieser Form auf Widerstand gestossen war. Ursprünglich hatte sich auch noch der Solothurner Heimatschutz ins Einspracheverfahren eingebracht, doch war ihm die Legitimation zur Einsprache verwehrt worden.

Ein weiterer, gewichtiger Einsprachepunkt waren die erwähnten Parkplätze im Innenhof gewesen, die von der Theatergasse her erschlossen den vor rund 15 Jahren angelegten Barockgarten ersetzt hätten. Das Hotel Krone verfügte in der angrenzenden Seilergasse über eine eigene Garage, die aber beim Verkauf von Hotel- und Leistrakt für 10 Mio. Franken nicht durch den Kanton und die Stadt Solothurn erworben worden war. Der Deal war genau vor drei Jahren erfolgt, zuletzt hielten sich hartnäckig Gerüchte, Stadt und Kanton würden allenfalls die Garage «nacherwerben», um so das Parkplatzproblem auch ohne die problematische Hofnutzung lösen zu können. Noch vor kurzem hatte Marie Thérèse Dörfler für die ehemalige Besitzerfamilie dementiert, dass der Garagenverkauf ein Thema sei.

Der Vergleich wird höchstens bei den Solothurner Fasnächtlern Bedauern auslösen: 2013 und 2015 konnten sie die leerstehenden Räumlichkeiten für rauschende Narrennächte nutzen.