Circus Gasser Olympia
Kritik wegen Löwen im «Circus GO» - Zirkus bestreitet Vorwürfe

Der in Solothurn gastierende Circus Gasser Olympia steht wegen einer Löwennummer in der Kritik. Ein Verein machte mit diversen Aktionen auf die «Tierquälerei» aufmerksam, als der Zirkus noch im Baselbiet auftrat. Der Besitzer bestreitet die Vorwürfe.

Andreas Kaufmann
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Der Circus Gasser Olympia gastiert in Solothurn
6 Bilder
Kalif und sein Damen
Festlich gedeckte Tische im Circus-Innern
Dominik GasserJunior und der Löwe Kalif
Auch ganz kleine Raubkatzen zeigen Kunststücke
Das Clownduo Jakub und Anna Kolsko

Der Circus Gasser Olympia gastiert in Solothurn

wdb

Kalif und seine vier Löwendamen Tara, Clarence, Pepsi und Cola sind die neuesten Aushängeschilder im Circus Gasser Olympia, der mit seinem diesjährigen Weihnachtsprogramm vom 12. Dezember bis 3. Januar in Solothurn gastiert.

Der «Gentleman im Raubtierkäfig» – so wird Raubtierlehrer und Dompteur Dominikus Gasser auf der Circus-Homepage genannt – ist für den eigentlichen Programmpunkt federführend.

«Zeichen gegen Tierdressur»

Doch was bei Zirkusfans als neue Manegenattraktion für Begeisterung sorgen soll, ist anderen wiederum ein Dorn im Auge. Mit einer Medienmitteilung wurde die «Ligue Suisse contre la vivisection» (LSCV) nun bei den Medien vorstellig.

Mit diversen Protestaktionen anlässlich des derzeitigen Aufenthalts des Circus GO im Baselbieter Aesch macht die LSCV ihrem Unmut zur Wildtierhaltung Luft.

«Fast durchgehend» hätten sie die Vorstellungen mit ihrem Protest begleitet, lässt Benjamin Frei, Vizepräsident des LSCV-Komitees, wissen.

Dass nur wenig Leute die Vorstellungen in Aesch besucht haben sollen, wertet Frei als «deutliches Zeichen gegen die Tierdressur», im Besonderen gegen die Löwendressur – und als Erfolg der Kampagne «Kein Applaus für Tierquälerei».

Ein artgerechtes Leben sei für Löwen laut LSCV im Zirkus nicht möglich. Gerade dem Platzbedarf und dem Sozialverhalten könne den Raubtieren in Gefangenschaft nicht Genüge getan werden.

Die Dressur sei stets verbunden mit physischer und psychischer Gewalt für die Tiere. Ebenso zeuge die Zurschaustellung nicht vom Respekt gegenüber den Löwen.

«Protest am falschen Ort»

Von Zuschauermangel in Aesch könne aber aus Sicht des Circus GO keine Rede sein, meint hingegen Mediensprecherin Ursula Limanets: «Gleich mehrmals war das Zelt ausverkauft. Viele Leute wünschten sich einen Platz in der ersten Reihe.»

Vielmehr seien die Besucherzahlen witterungsabhängig, oder von Veranstaltungen, die parallel stattfänden, sicherlich aber nicht von den Protesten der LSCV. Diese, so Limanets weiter, seien einzig von wenigen, nach ihren Auskünften im Stundenlohn bezahlten Leuten ausgegangen, die vor dem Zelt Transparente platzierten und Flyer verteilten.

«Der Protest fand aber am falschen Ort statt», hakt Limanets gleich ein und hält dem Vorwurf der Tierquälerei einiges entgegen. Die Gehege seien doppelt so gross wie gesetzlich verlangt. Es treffe ebenfalls nicht zu, dass die Tiere psychische oder physische Gewalt zu erleiden hätten. «Die Tiere und der Tierlehrer sind zusammen aufgewachsen.»

Weiter betont der Circus, dass Dominikus Gasser seine Ausbildung durch die Mutter Catherine erhalten habe, eine «renommierte Tierlehrerin» und «Koryphäe» in Sachen Verhaltenskunde bei Raubtieren.

Ebenso wenig würden die Tierrechte der Löwenfamilien beschnitten. «Dominikus und seine Mutter Catharine leben mit den Tieren, pflegen sie rund um die Uhr. Die Tiere sind für sie Familienmitglieder», betont der Circus Olympia Gasser in einer Medienmitteilung.

Medienleute, Fachpersonen des Schweizerischen Tierschutzes sowie die Kantonstierärztin hätten die Haltung und den Zustand der Tiere als positiv, respektvoll und vertraut beschrieben.

Inwiefern der LSCV auch in Solothurn mit Protestaktionen auf sich aufmerksam machen wird, ist nicht bekannt.

Gottesdienst, Clowns und kleine Katzen

Neben den Grosskatzen von Dominikus Gasser werden auch Hauskatzen des Duos Dascal Kunststücke zeigen, genauso wie die Pudel der Tierlehrerin Ludmilla. Ansonsten beherrschen menschliche Shows das Chapiteau, wie die deutsche Jongleuse Chantal von Tayn oder das Clownpaar Jakub und Anna Kolosko.

Als «Prinzessin der Lüfte aus Odessa» wird Zhanna am Schwungtrapez hoch unter der Zirkuskuppel gepriesen. Schlangenfrauen in «höchster Perfektion» verspricht der Auftritt der Mongolinnen Urna und Undram, als Meister der Balance präsentiert sich der Schweizer Vollprofi Andreas Martines.

Hula Hoop mit Miss Garkusha, der rasante Diabolo-Mann, das Luftballett der Bulgarin Nikolova Trofonos an ihren seidenen Tüchern gehören ebenso zum Programm wie die bekannte Sängerin Marina Naumenko. Den Empfang der Gäste, die auch im Zelt dinieren können, übernimmt Hausclown Michi, durchs Programm führt der Schweizer Magier und Moderator Tom Thomson.

An kommenden Sonntag, 13. Dezember, findet im Zirkuszelt ab 10 Uhr der beliebte Gottesdienst mit Zirkuspfarrer Adrian Bozern statt. Mit von der Partie sind die Artistinnen und Artisten, sowie der auch als «Clown Gottes» bezeichnete Pfarrer Ernst Heller. (szr)

Vorverkauf: Circus-Hotline 0900 000 665, www.circus-go.ch oder auch unter www.starticket.ch