Solothurn

Kreuzackerplatz wird zur Sperrzone – wegen Rissen im Belag

Nur vier Jahre nach der Umgestaltung des Kreuzackerplatzes in Solothurn muss wegen Rissen ein neuer Belag her. Die Stadt Solothurn kostet die Sanierung 50'000 Franken. Der beauftragte Unternehmer zahlt die restlichen 100'000 Franken.

Es scheint ein Fluch auf dem Kreuzackerplatz zu liegen, der schon bei der Gestaltung zur heutigen Form mit Verzögerungen und Komplikationen zu kämpfen hatte. Wie Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamts, nun auf Anfrage mitteilt, wird der Kreuzackerplatz vom 15. bis zum 17. Juli durchgehend für Fussgänger gesperrt sein. «Für die Passanten wird nur der farbige Platz gesperrt. Der Kreuzackerquai und der Kiesweg bleiben offen und sind begehbar.»

Gar fast bis Ende Jahr sollen auch keine öffentlichen Anlässe gestattet sein. Die Ursache dafür ist bei Rissen und Defekten im Deckbelag zu suchen, die auf die besagte Neugestaltung 2012 zurückgehen. Der beauftragte Unternehmer, so Lenggenhager, habe den Belag in zwei Etappen realisiert, was zu diesen Defekten geführt habe. Die Risse hätten Auswirkungen auf die Lebensdauer des Belages. «Dies bedeutet, dass Sanierungsmassnahmen notwendig würden. Wir haben deshalb entschieden, die Sanierungsarbeiten während der Garantiefrist auszuführen, um dies verhindern zu können», begründet Lenggenhager die rasche Umsetzung der Sanierung.

Auch räumt die Bauamtleiterin ein, dass der Platz «zu früh für Drittnutzungen» freigegeben wurde, was den Belag zusätzlich belastet habe. «Das war ein Fehler. Wir möchten deshalb den Fehler nicht mehr wiederholen», so Lenggenhager.

Es geht um 150 000 Franken

Zum Vorgehen der Stadt habe sich die Auftragnehmerin nicht geäussert, doch Klarheit herrscht immerhin zur Kostenübernahme für die Nachbesserungsarbeiten. Andrea Lenggenhager: «Wir haben mit der Unternehmung etliche Verhandlungen geführt und uns geeinigt, dass die Stadt Solothurn einen und die Unternehmung zwei Drittel der Kosten übernehmen werden. Für uns sind dies rund 50 000 Franken.»

Im Sinne von Garantierarbeiten wird nun die oberste Deckschicht von ungefähr drei Zentimetern neu eingebracht. «Ab 11. Juli werden wir die Geländer um den Baum und den Brunnen demontieren. Und am 15. Juli werden wir den alten Deckbelag bis zur Tragschicht abfräsen und am 16. Juli den neuen Deckbelag wieder einbringen lassen», so Lenggenhager. Bei Schlechtwetter werde man die Arbeiten um eine Woche verschieben.

Warum so lange gesperrt?

Dass monatelang keine Anlässe mehr auf dem Platz bewilligt werden, rührt daher, dass die Festigkeit des Belags erst über Monate zunehmen müsse, was sich bei warmen Temperaturen zusätzlich verlangsamt. «Um sicherzustellen, dass am Belag durch übermässige Belastung keine Schäden entstehen, wird somit die Nutzung des Platzes bis Ende Jahr untersagt», sagt Lenggenhager weiter.

Immerhin kann die Leiterin des Stadtbauamtes aber für einen Mitte Dezember geplanten Grossanlass Entwarnung geben: «Die Vereinigung pro Vorstadt und andere Veranstalter wurden nicht aktiv informiert. Der Wienachtsmäret kann jedoch stattfinden.» Da Veranstalter ihre Anmeldungen für Anlässe auf dem Platz an die Stadtpolizei richteten, sei diese und nicht das Stadtbauamt für die jeweilige Information zuständig.

Ein «Opfer» der Sanierungsmassnahmen steht aber schon fest: Die zuletzt stets auf dem Kreuzackerplatz angesiedelte Maiaktion «Platz da!?» kann nicht mehr vor dem Gewerbeschulhaus stattfinden: Warum dies so früh vor dem Einbringen des neuen Belags der Fall ist, darauf allerdings hat man im Stadtbauamt keine Antwort.

Eine leidige Geschichte

Solothurn hatte ohnehin sehr lange auf die definitive Platzgestaltung gewartet, ehe endlich nach Jahren im Juli 2012 doch noch weitgehend die Planung des renommierten Solothurner Landschaftsarchitekten Toni Weber umgesetzt wurde. Nicht ganz, denn die Grünen hatten das Fällen zweier Linden und damit die durchgehende, einheitliche Allee-Pflanzung verhindert.

Jahre hatte es auch gedauert, weil die Denkmalpflege die «Gitterung» des Platzes mit Granitplatten hatte beibehalten wollen. Zuletzt durfte die Stadt den durchgehenden, mit farbigen Streifen versetzten Belag realisieren – man erhoffte sich so weniger Scherereien und Unterhaltsarbeiten als mit dem Beibehalten der heiklen Granitstreifen ...

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1