Hinter der Planung steht der renommierte Solothurner Landschaftsarchitekt Toni Weber, dessen Büro W + S Landschaftsarchitekten beispielsweise auch den Berliner Spreebogen gestaltet hatte. «Mein ursprünglicher Vorschlag für die Platzgestaltung wurde wieder an die Hand genommen», freut sich Weber, dass nach einer längeren, etwas verworrenen Geschichte nun wieder seine Intension eines rechteckigen Platzes, «ein neues Bild», zum Zuge kommt.

Einbezogen war im ganzen Prozess die Denkmalpflege, die an sich für ein Beibehalten des Strasszeuges schräg über den Platz und den bisherigen Granitstreifenraster plädiert hatte. «Doch mit der künftigen Nutzung des Platzes, bei dem auch Lastwagen schweres Material heranschaffen, wären die bisher schon oft beschädigten Granitstreifen immer wieder zerbrochen.» Die schwierige Instandsetzung und Instandhaltung hatte so auch das Stadtbauamt bewogen, die völlig neue Platzgestaltung zu bevorzugen.

Grüner Granitkies?

Das in den 50er-Jahren gebaute Gewerbeschulhaus gilt jedoch als architektonischer Zeitzeuge, und so suchte Toni Weber nach einer Interpretation des Neuen, welches das bisherige Erscheinungsbild respektiert. «Der Platz erhält eine Bitumenschicht, dessen Kies nicht grau, sondern farbig ist. Im Moment machen wir Materialproben mit einem grünen Andeer-Granit. Der Asphalt wird nach dem Einbringen aufgekratzt, dass er wie ein steinernes Terrazzo wirkt.

Darin eingelassen werden weisse oder gelbliche Granitstreifen.» Ein ähnliches Verfahren habe er schon in Freiburg angewandt, so Weber. Die eingestreuten Streifen sind konsequent parallel zu den seitlichen Platzkanten ausgerichtet und sollen an die bisherige Gestaltung des Schulhaus-Vorgeländes erinnern.

Vor dem Schulhaus selbst wird die Treppenanlage Richtung Osten erweitert. Die Möblierung des Platzes beschränkt sich auf den bisherigen quadratischen Brunnen aus Solothurnerstein im östlichen Bereich des Platzes und ebenfalls dort einige Sitzgelegenheit. Ob der potthässliche Plakatständer mitten auf dem Platz weg kommt, kann Toni Weber nicht sagen - er hofft aber, nicht darum bitten zu müssen ...

Die Bahnhofstrasse durchziehen

«Neu erhält der Platz eine Relais-Funktion zwischen der Bahnhofstrasse und der Altstadt», sieht der Landschaftsarchitekt eine völlige neue Rolle für das zuletzt so stiefmütterlich behandelte Areal vor dem Gewerbeschulhaus. Wichtig für das «Aha-Erlebnis» aller Passanten, denen sich plötzlich auf dem neuen Platz die grandiose Altstadt-Silhouette am andern Aareufer eröffnen wird, ist jedoch «die konsequente Ausgestaltung der Bahnhofstrasse».

Nur so erziele der Platz die geschilderte Wirkung. Das heisst, die originale Baumbestockung mit Linden und Platanen gemischt, und so geschnitten, dass sie ihre typische Hängeform wie im südlichen Strassenbereich jetzt schon erhalten, müsste bis zum Schulhaus und dem Beginn des Platzes fortgesetzt werden.

So ist die Pflanzung zweier weiterer Bäume im jetzigen Kreuzungsbereich der Bahnhof- und Schänzlistrasse in der definitiven Gestaltung der Achse zwischen dem neuen Platz und dem Bahnhofplatz vorgesehen. Dies bedingt laut Toni Weber aber auch die Fortsetzung der Allee nördlich der jetzigen Kreuzung, wo sich jetzt schon drei Linden befinden.

Diese stehen zwar in der Flucht richtig, aber «sie wurden nie geschnitten und sind deshalb Parkbäume, die nicht zur Allee passen.» Trotz angekündigtem Widerstand von grüner Seite hofft Toni Weber, dass er die Linden durch gestalterisch «korrekte» Bäume im Stil der übrigen Alleebäume ersetzen kann.

«Es gibt insgesamt sogar mehr Bäume als vorher», argumentiert er. Und betont: «Wir haben das Ganze sehr gut und x-fach überlegt. Man muss die Strasse fertig gestalten und deshalb entscheiden. Denn was wir jetzt machen, ändern wir nachher nie mehr, zumindest in den nächsten 50 bis 60 Jahren nicht.»