Solothurner Ferienpass
Kreativ und aktiv durch den Sommer – Ferienpass feiert 40-Jähriges Bestehen

Seit 40 Jahren sorgt die Institution für abwechslungsreiche Ferienwochen. Der Initialfunke zum Ferienpass wurde im Club junger Mütter (heute: Club junger Eltern) gezündet. Die Gründerinnen waren Elisabeth Reinhard, Gaby Egger, Madlen Simmen und Marlis Wallner.

Andreas Kaufmann
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1989 – Schon damals ein kreativer, aktiver Heidenspass
52 Bilder
1993 - Anstehen beim Landhaus, für die besten, coolsten Kurse 2
1993 - Anstehen beim Landhaus, für die besten, coolsten Kurse 1
1994 - Drachenbauen bei Hirsig
1995 - Auch ein beliebter Kurs, der Tauchkurs 3
1995 - Auch ein beliebter Kurs, der Tauchkurs 1
1995 - Auch ein beliebter Kurs, der Tauchkurs 2
2003 - Gruppenbild des Ferienpass-Teams zum 25-Jahr-Jubiläum
2003 - Henna war schon damals ein Thema
2003 - Ferienpässler besuchen die Fotoabteilung der Solothurner Zeitung
2003 - Schlangestehen vor dem Landhaus 1
2005 - Das altbekannte Anstehen
2005 - Der Dauerbrenner schlechthin - die Feuerwehr
2006 - Schlangestehen vor dem Konzertsaal
2006 - Einblicke in den Radioalltag bei Radio 32
2006 - Nummernausgabe vor dem Konzertsaal Solothurn
2006 - Afrikanisches Weben beim Schützenmatt-Schulhaus
2007 - Anstehen hatte lange Tradition 1
2007 - Endlich vor den heiss begehrten Kursen angelangt
2007 - Pokerspiel im Bohnenblust
2007 - Ferienpass zum Thema Bodyguard und Überwachung
2008 - Ferienpässler schnuppern als Fotografen der Solothurner Zeitung
2008 - Junge Bogenschützem im Ferienpass
2008 - Das Ferienpass-Team von 2008
2008 - Zu Besuch im Tower Grenchen
2009 - Zu Besuch in der Pittaria bei Sami Daher
2009 - Ferienpässler auf Schatzsuche bei der SoBa
2009 - Nützlich - Ferienpässler im Samariterkurs
2010 - Einmal Prinzessin und Prinz vom Schloss Waldegg sein
2010 - Dauerbrenner und Allzeitliebling, die Feuerwehr
2010 - Ferienpässlerinnen kicken im Mädchenfussball
2011 - So wird man zum Hornusser
2011 - Tauchen begeistert als Dauerbrenner
2011 - Aus Natur Kunst machen bei der Land-Art an der Emme
2011 - Schon damals im Trend - Zumba
2012 - Besuch bei JumpTV
2013 - Wenn der Hund zur OP muss, Ferienpass in der Tierklinik
2013 - Petri Heil als Ferienpass-Kurs
2014 - Abheben mit der Flugschule Grenchen
2014 - Kinderaikido im Ferienpass
2014 - Wenn Kids zu Trickfilmern werden
2014 - Kunstmaler Rolf Wullimann leitet den Ferienpasskurs Freude am Malen
2015 - Löten mit Felix Kunz
2016 - Céline Gantenbein tritt als Präsidentin des Ferienpasses Solothurn zurück
2016 - Legospielen als Ferienpass-Aktivität
2017 - Ferienpass auf der Jugendtheater-Bühne
2017 - Volleyball unter kompetenter Anleitung 2
2017 - Die aktuellen Co-Präsidentinnen Bettina Schönberg und Cornelia Schwaller
2017 - Fotografieren wie die Profis
2017 - Volleyball unter kompetenter Anleitung 1
2017 - Voll im Trend - Ferienpässler kreieren Cupcakes

1989 – Schon damals ein kreativer, aktiver Heidenspass

SZR

Schlangestehen vor den Sommerferien. Ein gängiges Bild nicht nur an Gateways zu sonnigen Feriendestinationen. Auch im flughafenlosen Solothurn erinnern sich Gross und Klein an das Brauchtum, sich zu einem besonderen Anlass anzustellen. Zudem es für besagten Anlass ein Gradmesser seines Erfolgs war, wenn diese Schlange besonders lang wurde. Die Rede ist vom Ferienpass, der jeweils Hunderte von Mamis, Papis mitsamt Schützlingen veranlasste, sich für die coolsten und lehrreichsten Kurse anzumelden und bei Sonnen und Regen auf den besten «Fang» zu hoffen.

Auch wenn besagte Zielgruppe seit drei Jahren nunmehr lediglich auf der digitalen «Schlussgeraden» Schlange steht und sich per Internet anmeldet: Der Erfolg des Solothurner Ferienpasses hat sich über gesamthaft 40 Jahre seit 1978 gehalten. Aber auch hier gilt: Aller Anfang ist schwer, was die Ferienpass-Pionierinnen heute bestätigen. Die Gründerinnen waren Elisabeth Reinhard, Gaby Egger, Madlen Simmen und Marlis Wallner – und der eigentliche Initialfunke zum Ferienpass wurde im Club junger Mütter (heute: Club junger Eltern) gezündet, mit Blick auf andere Städte wie Bern, Basel und Luzern, die bereits ähnliche Angebote kannten. «Es lag gewissermassen in der Luft, auch in Solothurn so etwas zu gründen», ergänzt dazu Reinhard. Und gleich loszulegen: Am 5. Mai 1978 riefen die vier Gründerinnen mit tatkräftiger Unterstützung weiterer Frauen den Solothurner Ferienpass ins Leben – doch leider auf noch unbeackerten, wenig fruchtbaren Untergrund.

 Drei der Pionierinnen: Gaby Egger, Madlen Simmen und Elisabeth Reinhard 

Drei der Pionierinnen: Gaby Egger, Madlen Simmen und Elisabeth Reinhard 

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Planung auf Hüslipapier

Doch beirren liess man sich nicht: Nach einer Planung in Windeseile legten die Initiantinnen im gleichen Jahr los – mit null Franken und einer Portion Elan. Programme wurden auf Schreibmaschinen getippt und mit Grafiken beklebt, sodass sich auch die Kinder vor dem Leseralter einen Reim aufs Angebot machen konnten. Natürlich wurde auch die Ferienpass-Logistik über handgezeichnete Tabellen abgewickelt, «auf Hüslipapier», sagt Reinhard.
Als man die Sommeraktivität in den Schulen bewerben wollte, stiess man auf Ablehnung. «So was gehöre nicht zur Schule, hiess es seitens der Direktion. Und so war es ganz am Anfang unerwünscht, Infos in den Schulzimmern zu verteilen», sagt Reinhard. Erst später erkannten auch die Schulen die Bedeutung des Ferienpasses. Also wich man auf Stadtgeschäfte aus, wo die einzelnen Kurse thematisch passend zum jeweiligen Laden beworben und deren Anmeldungen entgegengenommen wurden. «Die Idee hat sich allerdings nicht bewährt», weiss Reinhard.

Anfängliche Skepsis

Und bis auf die Sportvereine, die schon damals eifrig nach Nachwuchs Ausschau hielten, war es sonst schwierig, an Kursleiter zu gelangen. Auch dort schlug den Initiantinnen Misstrauen entgegen. «Noch nie gehört. Ist das was Seriöses?», hiess es oft. Doch bereits nach dem ersten verhaltenen Jahr fanden sich Unterstützer der Idee. Der damalige Tourismusdirektor Erich Egli bot den Frauen eine Verkaufs-Plattform an. «Also stellten wir ein Camping-Tischli vor dem Von-Roll-Haus auf», sagt Reinhard. 1981 folgte eine Anerkennung des Kantons: Damals, als sich dessen Zugehörigkeit zur Schweiz zum 500. Mal jährte, wurde der Ferienpass mit einem «Zustupf» von 5000 Franken gewürdigt.

Darüber hinaus erwies sich das Sammeln von Unterstützungsgeldern als Knochenarbeit, wie Egger anhand eines Stapels an «Bettelbriefen» zeigt. «Rückblickend aber müssen wir sagen, dass unser Erfolg unheimlich vielen Leuten zu verdanken ist, auch Kursleitern, Eltern oder anderen Helfern», so Egger.

Ursprünglich war der Ferienpass darauf ausgerichtet, vor allem daheimgebliebenen Kindern aus schlechter situierten Familien eine Ferienaktivität zu bieten: «Allerdings stellte sich heraus, dass gerade Eltern dieser Kinder schwer zugänglich waren», sagt Reinhard. Dafür zeigte sich der Erfolg querbeet durch alle sozialen Schichten: 1979 konnten so schon rund 180 Pässe verkauft werden – zum damaligen Preis von zwölf Franken. Ein Dauerbrenner der ersten Stunde – bis heute: ein Besuch bei der Feuerwehr – mit «Brevettierung». Notabene: Brenzlig sei es bei der Durchführung der Kurse nie geworden. «Ausser Pflaster» habe man nie etwas aus dem Erste-Hilfe-Kasten holen müssen, erinnert sich Reinhard.

Als dann wurde der Verkaufsstand zur Jesuitenkirche gezügelt. Wiederum später waren die mittlerweile angewachsenen Menschenschlangen vor dem Landhaus und seit 2006 vor dem Konzertsaal zu finden. Und 2011 wurde das Anmelde-Prozedere digitalisiert. Mit Startschwierigkeiten zwar, weil einerseits technische Komplikationen auftraten, andererseits weil sich die Eltern an die neuen Vorgänge gewöhnen musste. Doch mittlerweile hat sich die neue Form des «Schlangestehens» gut etabliert.

Wie es weitergeht

Nachdem 13 Jahre lang Céline Gantenbein den Verein als Ferienpass-Präsidentin prägte, übernahmen 2016 Cornelia Schwaller und Bettina Schönberg zusammen das Präsidium. Und der Erfolg hält an: «Wir haben dieses Jahr fast 900 Teilnehmer für 145 Anlässe mit gesamthaft 292 Durchführungen», sagt Schwaller. Aus nicht weniger als 45 Gemeinden haben sich Kinder für die vielfältigen Angebote angemeldet.

Die Arbeit geht aber nicht aus, betont Schwaller: «Mit dem Jubiläumsanlass am 4. Juli und der Umstellung auf die neue bedienungsfreundliche Plattform ist 2018 ein arbeitsreiches, ereignisvolles Jahr.» Und noch heute beschäftigen Sponsorensuche und Mittelbeschaffung das zehnköpfige Team zentral. Dennoch: Neben der monatelangen Arbeit haben die Helferinnen vor allem viel Spass an ihrer Mission, nämlich: «den Kindern weiterhin coole, interessante und spassige Kurse für wenig Geld anzubieten», so Schwaller.