Solothurn

Konzerte mit Sicherheitsabstand: Veranstalter werden kreativ bei Anlässen

Das kulturelle Angebot ist deutlich kleiner als während einem normalen Jahr.

Das kulturelle Angebot ist deutlich kleiner als während einem normalen Jahr.

Solothurner Veranstalter finden kreative Lösungen, um unter widrigsten Umständen kulturelle Anlässe in der Herbstsaison durchzuführen.

Dass es diesen Kulturherbst ein Unterangebot geben wird, davon sind Kaspar Rechsteiner und Jeanine Arn von Kreuzkultur überzeugt, denn für die kommenden Monate seien wenige Anlässe angesagt. Ob die alle durchgeführt werden können, steht auch nicht fest. «Wir wissen bereits jetzt, dass wir unsere Saison nicht wie geplant durchführen können», erklärt Rechsteiner.

Denn das Restaurant Kreuz braucht mehr Platz wegen den grösseren Abständen zwischen den Tischen. So wird momentan dort Essen serviert, wo letzten Herbst noch gesungen und getanzt wurde. Doch Kreuzkultur gibt nicht auf: «Aus diesem Grund haben wir das Projekt KreuzKulTOUR gestartet. Wir probieren an verschiedenen Orten in der Stadt kurzfristig kleine Veranstaltungen umzusetzen», so Rechsteiner. Bis jetzt steht erst wenig fest, das erstaunt in dieser Branche niemanden, denn längerfristiges Planen ist heute unmöglich.

Das Kofmehl vermisst die Bässe

Seit Februar wurde in Solothurn kaum noch ein Konzert drinnen gespielt. Auch nicht im Kofmehl. «Wir haben Ende Februar die Schotten dicht gemacht», sagt der Betriebsleiter Pipo Kofmehl. Am letzten Samstag kam dann der langersehnte Saisonauftakt. Nicht ein Konzert oder eine Party, sondern ein Radfahrer hält einen Vortrag, wie er vom Nordkap bis nach Kapstadt fuhr. Es seien alle froh gewesen, dass wieder Leben zurück in den Rostwürfel kehrt.

Es war auch allen klar, dass ein Vortrag kein normaler Saisonauftakt ist. Kofmehl sagt es immer wieder: «Wir wollen süferli anfangen.» Das heisst: Vorerst werden nicht mehr als 100 Personen hereingelassen, man schaut von Tag zu Tag, wie sich die Situation entwickelt. «Früher, das heisst letztes Jahr, konnte man fünf bis sechs Monate vorausplanen. Heute sind es fünf bis sechs Tage», erklärt er.

Der Kofmehl-Terminkalender ist zwar wieder gefüllt, ob die Events dann stattfinden, ist unklar. Die Anlässe im September werden bestimmt stattfinden, doch was im Oktober passiert, steht noch in den Sternen. Auch weil der Kanton per Anfang Oktober wieder neue Regelungen erlassen wird. Der Betriebsleiter bleibt aber hoffnungsvoll: «Wir freuen uns auf den Moment, wo wir wieder Musik machen können.»

Maskenpflicht im kleinen Kulturm

Auch im Kulturm geht es nach einem halben Jahr Zwangspause weiter. Am Donnerstag hat das Herbstprogramm wieder angefangen. Doch auch unter speziellen Bedingungen: Es wurde eine Maskenpflicht eingeführt und es werden nur 85 Gäste hereingelassen, so werden nie mehr als 100 Personen im Raum sein. «Der Turm war jetzt für Monate leer und wir sind alle froh, geht es jetzt weiter», erklärt Yoyo Cotting, Leiter Finanzen und Marketing.

Da im Kulturm nur regionale und nationale Acts auftreten, ist Cotting zuversichtlich, dass die Anlässe unter Einhaltung des Schutzkonzepts durchgeführt werden können. Schon jetzt sieht er, dass das Interesse an seinen Anlässen gross ist. Die Veranstaltung mit Sina im Dezember sei schon fast ausverkauft. Ein besonderes Highlight wird für ihn den Anlass am 7. November sein. Da treten drei Singer-Songwriter auf.

«ZmorgeGschichte» im Alten Spital

Auch das Alte Spital hat seit Mitte März viele Events gestrichen. Seither wurden aber immer wieder Anlässe durchgeführt, wie beispielsweise das Summer Special. «Diese Anlässe fanden draussen statt», erklärt Eva Gauch, Betriebsleiterin. Morgen fängt die Saison dann auch drinnen mit der «ZmorgeGschichte» an. Für das Alte Spital sei der Saisonbeginn nicht eine grosse Umstellung, da sie schon im Sommer Veranstaltungen durchgeführt haben und sich so schon mit den verschiedenen Schutzkonzepten vertraut machen konnten.

Auch im Alten Spital werden weniger Leute hereingelassen als sonst und an Veranstaltungen, bei denen viele Leute kommen, werde es eine Maskenpflicht geben. «Improtheater ist immer sehr beliebt. Da müssen wir sicher eine Maskenpflicht einführen», erklärt Gauch. Sie sei gespannt, ob das Publikum Lust hat, auch eine Veranstaltung drinnen zu besuchen. «Ich glaube aber, dass das Bedürfnis nach Kultur gross ist.»

Meistgesehen

Artboard 1