Für einmal ging es im Solothurner CIS nicht sportlich zu und her: Wo sonst Tennis, Handball, Badminton und Basketball dominieren, fand von Donnerstag bis Sonntag die Eigenheimmesse statt. Organisator Benno Krämer geht von 6000 bis 7000 Besuchern aus, die den Eintritt von acht Franken bezahlt haben. Als «Solothurner Messe rund um das Wohneigentum» definiert sich die Eigenheim-Messe, die bereits zum 8. Mal durchgeführt wurde.

Ein hoher Anspruch, den sich die Zuchwiler Firma unique›com stellt. Die Organisatoren Monika und Benno Krämer wollen potenzielle Käufer von Immobilien, aber auch Wohneigentümer, die an einer Modernisierung oder Sanierung interessiert sind, mit kompetenten Anbietern aus allen Bereichen der Baubranche zusammenbringen.

Das Konzept der Fach- und Themenmesse geht auf, alle Standplätze wurden problemlos belegt. Die Besucher reisten aus dem ganzen Mittelland an, aber die Hallen waren nie überfüllt. Die Aussteller seien zufrieden, zog Benno Krämer eine erste Bilanz. «Die Quantität der Besucher ist nicht alleine entscheidend, es ist die Qualität, die den Erfolg der Messe ausmacht.»

Samstag schlecht besucht

Aber nur einen Stand aufstellen und auf ein Wunder warten, damit war noch kein Erfolg garantiert. Vor allem vom Samstag habe man sich mehr versprochen, meinte Beat Späti von der gleichnamigen Bellacher Holzbaufirma. «Die Leute gingen wohl eher einkaufen oder machten etwas im Garten. Dafür war der Sonntag sehr ansprechend. Ich durfte einige gute Gespräche führen, aber was daraus wird, muss sich natürlich erst noch zeigen.»

Denn die Eigenheim-Messe ist nicht der Ort, um ein Geschäft mit einer Unterschrift definitiv zu besiegeln, sondern um Kontakte zu knüpfen. Oder wie es Peter Zürcher sagte, der die Gartengrills der Derendinger Fornax AG präsentierte: «Ich habe ein gutes Gefühl, wir hatten viele interessante Kundenkontakte. Aber man weiss erst, ob es sich gelohnt hat, wenn ein Kunde am Ende die Rechnung bezahlt.»

Information direkt vor Ort

Zu den Besuchern, wie sie die Aussteller gerne haben, zählen Doris und Ulrich Mülchi. Sie wollen in nächster Zeit ihre Küche neu machen, die in die Jahre gekommen ist, und so verglichen sie an der Messe die verschiedenen Anbieter. «Preis und Leistung sind das eine, für mich ist es aber auch wichtig, einen Handwerker aus der Region zu berücksichtigen», sagte Ulrich Mülchi. «Uns hat vieles gefallen, was wir gesehen haben.»

Das Ei des Kolumbus – oder besser den Eierbecher – hat Küchenbauer Philipp Späti gefunden: Jeder Kunde konnte an seinem Stand ein Sechser-Set Eierbecher aus Holz bestellen, das in der Schreinerei mit den ausgewählten Namen graviert wird. «Wir schicken es den Leuten noch vor Ostern zu», erklärte Späti den erfolgreichen Werbegag. «So konnten wir die Leute abholen. Am Anfang redeten wir über die Eierbecher, die auch als Serviettenringe gebraucht werden können, und am Ende über die Küche, die vielleicht bald einmal erneuert werden müsste. Wir haben vier sensationelle Tage erlebt.»

«Das schöne Wetter hat sich positiv ausgewirkt», schätzte Benno Krämer als Organisator der Eigenheim-Messe den Erfolg seines «Babys» ein. «Der Sonntag ist der sogenannte Kinderwagentag, und es herrschte tatsächlich viel Kinderwagenverkehr.» Das sei ein gutes Zeichen, denn junge Familien wollen bauen oder bestehendes Wohneigentum erneuern. «Die Leute kommen mit einem konkreten Projekt unter dem Arm an die Eigenheimmesse, und das freut die Anbieter. Die 8 Franken Eintritt seien deshalb wichtig, damit die Leute nicht einfach nur kommen, um eine Bratwurst zu essen.

So ist die Zukunft der Solothurner Eigenheimmesse gesichert, «mindestens bis zur 11. Durchführung», wie Benno Krämer mit einem Schmunzeln verspricht.

Die CIS-Hallen sind in der Region Solothurn der am besten geeignete Ort. «Solange Wohneigentum etwas vom Wertbeständigsten ist und es sich lohnt zu investieren, wird auch die Eigenheimmesse ihren festen Platz haben.»