Solothurn
Konkurrenz für den Wein: In der Vorstadt gibts nun 500 Biere

Am Rossmarktplatz in der Solothurner Vorstadt war Wein bisher eine bekannte Grösse. Nun eröffnet Bier-Sommelier Matthias Frey zusammen mit seiner Frau Xenia dort das Craft Bier Center.

Wolfgang Wagmann
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Xenia und Matthias Frey können in der Vorstadt mit 500 Bieren aufwarten.

Xenia und Matthias Frey können in der Vorstadt mit 500 Bieren aufwarten.

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«Viele Brauer sind Künstler», meint der Kenner der Szene mit Blick auf eine Unzahl kleinerer Brauereien, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Zunehmend gefragt sind für Matthias Frey Craft Biere, frei übersetzt «handgemachte» Biere, die spezialisierte Brauer mit viel Hingabe hegen, pflegen - und auch neu kreieren. Wobei Frey sich keinen Illusionen über die Bier-Trends hingibt: Lager sei immer noch das meist getrunkene «und auch solche Biere müssen wir führen.» Im Fokus seien aber primär Schweizer und lokale Gerstensäfte, «so sind allein 12 Brauereien aus dem Kanton in unserem Laden vertreten.»

Auch zum Büchsenbier hat Matthias Frey ein durchaus entspanntes Verhältnis: Für die Lagerung sei die Dose ideal, weil sie kein schädliches Licht zulasse. «Dosenbier hat zu Unrecht ein schlechtes Image als Billigbier.» Natürlich schlägt sein Herz aber für die Craft Biere, aber auch die Exoten. So schnappt sich Frey aus dem Regal ein ukrainisches Bier mit Donald Trump auf der Etikette und der Überschrift: «Imperial Mexican Lager». Auch dunkles Obama-Bier sowie Merkel und Putin bekommen von den Scherzkeksen ihre eigene Etikette.

Passt besser als Wein

Zuletzt wirkte das Ehepaar dreieinhalb Jahre lang in der Barfuss-Bar an der Barfüssergasse, doch sei man sich mit dem Hauseigentümer nicht über die Verlängerung des Mietvertrags einig geworden. Nun führen sie im Nebenjob das neue Geschäft, «hauptberuflich bin ich aber in der Medizinaltechnik tätig.» Und als ausgebildeter Bier-Sommelier hält er auch Vorträge oder führt Degustationen durch. Bier wird seiner Ansicht nach unterschätzt, «denn die verschiedenen Geschmacksrichtungen passen oft besser zum Essen als Wein. Ist doch beim Bier die Geschmackspalette vielfältiger und ausgeprägter.»

Dennoch will er mit seinem Nachbarn, der Vinothek von Rolf Affolter, zusammenarbeiten. Und für die Eröffnungsdegustation am Samstag hält Matthias Frey ein ganz spezielles, belgisches Trappistenbier bereit. «Das kann man gar nicht kaufen», verrät er.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag von 11 bis 18.30 Uhr, Samstag bis 17 Uhr.

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