Blaskapelle Konkordia Solothurn
«Konkordia» will sich im Jubiläumsjahr als Blaskapelle festigen

«Konkordia» feiert dieses Jahr ihr 125-jähriges Bestehen. Noch bis ins Jahr 2011 war die Formation als Stadtmusik unterwegs. Nach dem Neuanfang will sie sich als Blaskapelle noch mehr festigen.

Wolfgang Wagmann
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Blaskapelle Konkordia Solothurn feiert 125-jähriges Bestehen
8 Bilder
Herbstwanderung 2013
Ständchen auf dem Märetplatz 2013
1989
1950
1937
1914
1896

Blaskapelle Konkordia Solothurn feiert 125-jähriges Bestehen

zvg

«Ja die Zeiten sind vorbei, als für jede Uniform 1600 Franken oder insgesamt 100 000 Franken fürs ganze Korps beschafft werden mussten.» Erlebt aber hat Fredy Weber diese Zeiten noch. Der jetzige OK-Präsident des 125-Jahr-Jubiläums zeigt das Gesamtbild der Stadtmusik Konkordia zum «Hundertsten» 1989:

In Reihe und Glied stehen da 50 schmuck Uniformierte plus zwei adrette Ehrendamen. Und eine aufwendig, gebundene Jubiläumsschrift verwies auf die lange und manchmal unterhaltende Vereinsgeschichte.

Inzwischen aber musste man gar um die pure Existenz der Konkordia fürchten. Vakante Führungsgremien, Generationenwechsel, die üblichen Probleme in Traditionsvereinen. Lieber spricht Fredy Weber über den Neuanfang. Vor zwei Jahren hat er selbst seine Trompete wieder hervorgeholt, «wir sind nun wieder 17 Aktive und Neumitglieder sind herzlich willkommen.»

«Konkordia»: Im In- und Ausland aktiv

Die «Konkordia» wurde 1889 aus dem Schoss des katholischen Männer- und Arbeitervereins heraus gegründet. 1890 erfolgte der erste Auftritt der fortan «schwarzen» Stadtmusik. Erster Präsident war Buchdrucker Albert Dietschi und Josef Knobel dirigierte 14 Gründungsmitglieder, die vorerst als reine Blechkapelle musizierten. 1908 erstmals als Harmoniemusik schon in der zweiten, nun historischen Uniform aufgetreten, konnte sie dank dieser an zahlreichen Grossanlässen auch im Ausland teilnehmen. So war sie 1966 und 1968 an den Blumenfesten von Cannes und St-Raphael vertreten, 1964 am Karneval von Nizza und dreimal am Oktoberfest München. Die «Konkordia» veranstaltete deshalb ab 1953 bis in die Siebziger-jahre jährlich in Solothurn ein Oktoberfest mit bayrischer Blasmusik.

Auch an den Solothurner Fasnachtsumzügen war in den Sechzigerjahren eine Formation der Stadtmusik Konkordia mit der Weststadtzunft zusammen unterwegs. Daneben prägten die grossen Jubiläumsfeiern 1939, 1964 und zuletzt 1989 die Vereinsgeschichte. Die Präsidenten Konrad Glutz, Josef Hunziker, Alfred Hartmann Josef Eggenschwiler, Roland Späti und der erst im Vorjahr verstorbene Hanspeter Reinhard spielten in der «Konkordia» ebenso eine wichtige Rolle wie die musikalischen Leiter Richard Flury, Angelo Fassolis, Hugo Schaad, Johnny Honegger, Walter Stucki oder Thedy Gamper, der das Korps während 22 Jahren dirigiert hatte. (ww)

Der 2011 gefällte Entscheid, die traditionelle Rolle als Stadtmusikkorps aufzugeben und sich neu als Blaskapelle zu positionieren, hat sich für Weber als richtig erwiesen. Und so will man unter der Präsidentin Karin Lüthi und der Musikalischen Leitung von Franz Gamper das Jubiläumsjahr nutzen, «um sich in der neuen Formation als Blaskapelle zu festigen sowie das Blaskapellenwesen in der Stadt Solothurn und ihrer Umgebung bekannter zu machen».

Mehrere Höhepunkte

Erster Fixpunkt bei diesen Anstrengungen ist der Samstag, 5. April: Das grosse Jubiläumskonzert ab 20 Uhr im Konzertsaal wird ab 18.30 Uhr mit einer Festwirtschaft und Saaltombola lanciert - und zahlreiche Gratulationen und Grussbotschaften sind zu erwarten.

Bevor dann am 19. Oktober mit dem Jubiläumsgottesdienst zu St. Ursen und am 25. Oktober das Jubeljahr mit dem eigentlichen Jubiläumsanlass in der Mehrzweckhalle Brühl ausklingt, wartet auf die Blaskapelle noch ein reichhaltiges Programm: «Wir spielen am Weissen Sonntag, an Fronleichnam, an Bezirksmusiktagen, der Vorstädter Chilbi wie am 1. August. Dazu kommen Promenadenkonzerte in der Altstadt und Auftritte am Advents- und Weihnachtsmarkt in der Vorstadt», zählt Fredy Weber auf.

An kantonalen oder gar Eidgenössischen Musiktagen habe man jedoch keine Chance mehr, «dafür gibts für uns spezielle Blasmusiktage.»

Ohnehin findet der OK-Präsident, gegenüber Deutschland friste die Blaskapelle in der Schweiz ein Mauerblümchen-Dasein. «Dabei spielen wir schöne, unterhaltsame Musik.» Und fügt doch leicht selbstkritisch an: «Aber musikalisch müssen wir noch weiterkommen.» Deshalb wären 20 Aktivmitglieder für Fredy Weber wünschenswert - Kameradschaft und Geselligkeit seien an den rund 40 Proben jeweils am Montag und den rund zehn Auftritten durchs Jahr garantiert. Mit 100 Franken ist der Jahresbeitrag moderat und unter der Jesuitenkirche verfügt die Konkordia auch über ein eigenes Vereinslokal.

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