Kommentar
Der grosse Umbruch bleibt bei den Wahlen in Solothurn aus

Bei den Gemeinderatswahlen in Solothurn legt die GLP zu. Dies auf Kosten von SP und CVP.

Fabio Vonarburg
Fabio Vonarburg
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Hanspeter Bärtschi

Alle vier Jahre kommt die Frage vor den Gemeinderatswahlen aufs Neue auf: Wird Solothurn zur linken Stadt? Bislang hiess die Antwort immer Nein. Auch dieses Mal. Zwar hat die FDP erneut an Stärke eingebüsst, bleibt aber stärkste Kraft, da ihre grösste Widersacherin, die SP, ebenfalls schwächelte. Dazu kommt das Ausbleiben der grünen Welle, mit der man aufgrund der jüngsten kantonalen und nationalen Ergebnisse eigentlich hätte rechnen können. Kein zusätzlicher Sitz ist aus diesem Gesichtspunkt eine Niederlage.

Statt der grünen Welle kam die GLP-«Flut». Die Grünliberalen konnten ihre Anzahl Sitze verdreifachen. Mit drei Sitzen ist man zwar immer noch nur die fünftstärkste Partei, dennoch kommt ihr künftig eine zentrale Rolle zu. Gemeinsam mit der CVP ist die GLP im Sandwich, spielt Schiedsrichter zwischen FDP und SVP auf der einen sowie Grüne und SP auf der anderen Seite.

Beim allernächsten Kräftemessen der beiden Pole spielt die GLP aber keine Rolle. Die Sprache ist von den anstehenden Stadtpräsidiumswahlen. Bislang hielt die FDP das Amt fest in der Hand. Die Chancen für das links-grüne Lager war aber noch nie so gross wie dieses Mal, ihr das Stadtpräsidium zu entreissen. Dies zeigt auch das heutige Ergebnis. Sowohl Stefanie Ingold (SP) wie auch Laura Gantenbein (Grüne) erzielten mehr Stimmen als Markus Schüpbach (FDP). Zwar verweist die FDP zurecht darauf, dass Schüpbach als Einziger der drei Anwärterinnen und Anwärter nicht doppelt auf der Liste stand. Psychologisch ist er jetzt dennoch im Nachteil. Dazu kommt, dass Grüne und SP sich tatsächlich auf eine Kandidatin einigen konnten.