Kofmehl-Videomat
Kofmehl-«Videomat» hat schmeichelhaftes Plagiat in Zürich

Die Kulturfabrik Kofmehl warb vor vier Jahren am Hauptbahnhof Solothurn und später im Musikladen «Tribe» mit einem «Videomaten». Der Gedanke: Menschen können auf Knopfdruck kurze Filme drehen. Nun hat ein Zürcher Laden die Idee abgekupfert.

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Fotokasten an der Zürcher Bahnhofstrasse

Fotokasten an der Zürcher Bahnhofstrasse

Zur Verfügung gestellt

«Das stellt selbst Guttenbergs Plagiatswahn in den Schatten», vermeldete die Kofmehl-Homepage vor einigen Tagen. Grund: Eine Boutique an der Zürcher Bahnhofstrasse wirbt mit dem Spruch «Fotobox. Dein Foto auf Facebook» für ihr interaktives Schaufenstenster.

Die Ähnlichkeit mit dem damaligen Kofmehl-Videomaten ist äusserst verblüffend. Dieser bot vor dem Umbau der Bahnhofunterführung Passanten die Möglichkeit, auf Knopfdruck Elf-Sekunden-Filmchen zu drehen. So wurden dort vor der Linse Tänzchen abgehalten, Faxen gemacht und Flugküsse übermittelt.

Plagiat bestätigt Erfolg des Originals

Das zurzeit stillgelegt Solothurner Original hatte so innert eines Jahres rund 10000 Passanten dazu angeregt, sich vor der Kamera zu präsentieren. Und obwohl der Videomat mittlerweile sein (demontiertes) Dasein in der Abstellkammer fristet und auf neue Einsatzideen wartet, wird mit diesem Plagiat der Erfolg des Originals nur zusätzlich untermauert.

Die Zürcher Variante weist die gleiche Gestaltung und sogar die gleiche Schriftart auf. Dahinter steht also unmissverständlich dieselbe Idee, nur dass diese Nachahmung lediglich Fotos knipst und keine Videos speichert. Pipo Kofmehl zeigt sich indes geschmeichelt durch die Abkupferung: «Wenn Zürich was von uns kopiert, macht uns das besonders stolz.» (ak)

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