Erstmals findet in der Schweiz ein internationaler Wissenschaftswettbewerb statt. Und das in der Stadt Solothurn. Eröffnet wurde die Mitteleuropäische Mathematik-Olympiade (MEMO) am Donnerstagabend in der Jugendherberge in Solothurn mit einer kleinen Zeremonie. «Solothurn ist der ideale Austragungsort, eine Stadt, die einiges zu bieten hat und trotzdem sehr übersichtlich ist», erklärte Dimitri Wyss, der hauptverantwortliche Organisator der MEMO und selbst ehemaliger Teilnehmer an der Mathematik-Olympiade.

Spannendes Knobel-Wochenende

Die rund 60 Schülerinnen und Schüler stammen aus zehn verschiedenen europäischen Ländern und haben sich bereits im Vorfeld gegen die Konkurrenz im eigenen Land durchgesetzt. An der Olympiade sind die Schweiz, Österreich, Deutschland, Kroatien, Tschechien, Ungarn, Litauen, Polen, die Slowakei sowie Slowenien vertreten. Was auffällt, sind die überwiegenden männlichen Kandidaten, so sind bei den Teilnehmenden lediglich fünf Schülerinnen dabei, die ihr Glück versuchen. Begleitet und betreut werden die Schüler von jeweils zwei Teamleitern.

In familiärer und lockerer Atmosphäre wurden donnerstags erstmals die einzelnen Teams bestehend aus jeweils sechs Schülern bis zum 19. Lebensjahr vorgestellt. Dabei hatten sie die Aufgabe, jeweils einen Zungenbrecher in der eigenen Landessprache vorzutragen, der dann von allen Anwesenden möglichst korrekt wiederholt werden musste - was natürlich zur allgemeinen Belustigung beitrug. Das Team Schweiz hat sich dabei folgenden Zungenbrecher überlegt: «Dr Papst het s Späck-Bsteck z Spiez z spot bstöut.» Mit einem Stück Solothurner Torte endete schliesslich der Anlass.

Multitalent gefragt

Dieses Wochenende gilt es allerdings ernst: Heute Samstag und morgen Sonntag werden die Kandidaten ihr Mathetalent an der Kanti Solothurn unter Beweis stellen. Dabei lösen sie einzeln und im Team Aufgaben aus allen Bereichen der Mathematik. «Vergleichbar sind die einzelnen Fragen mit Rätseln, wie beispielsweise ein Sudoku, die Kandidaten kennen die Spielregeln aber nicht und müssen deshalb versuchen, eine kreative Lösung zu finden», erläuterte Wyss.

Den Gewinnern des Wettbewerbs winken Medaillen sowie international anerkannte Diplome. Bis zum 12. September werden die Teilnehmer noch in Solothurn bleiben und sowohl an Exkursionen als auch an Sportaktivitäten teilnehmen.

Eine Auswahl der gestellten Mathe-Aufgaben finden Interessierte morgen im Regionalteil des «Sonntag».