Wenn es gegenwärtig zumindest dem Fanionteam des FC Solothurn nicht gelingt, in Meisterschaft und Cup auf einen grünen Zweig zu kommen, will sich der Stadtklub in der Nachhaltigkeit schweizweit Meriten holen und den ersten Platz sichern. Das Projekt heisst «Grüne 11».

Mit beteiligt an dieser Nachhaltigkeitsinitiative sind die Stadt Solothurn, die lokale Agenda 21 des Kantons sowie regionale Unternehmungen. Diese Initiative entwickelte die Nachhaltigkeitsberatungsfirma sustainable-sports (Basel).

Besseres Image, mehr Sponsoren

An der Orientierung vor dem Cupspiel gegen Serrières stellten FCS-Präsident Stefan Aegerter, sustainable-Geschäftsführer Fabian Putzing und Patrick Bussmann, kantonaler Leiter Agenda 21, dieses Engagement mit den Bereichen Ausbildung, Gesundheit, Integration und Umwelt vor. Verbunden wird das klassische Sportsponsoring mit sozial und ökologisch verantwortlichem Denken und Handeln. Diese Plattform soll zu einem Imagegewinn im Sozial- und Umweltsponsoring führen. Ein erster Schritt war die Gewinnung der EES Jäggi-Bigler AG für energieeffiziente Solarlösungen (Etziken) als Hauptsponsorin auf die laufende Saison.

«Vor anderthalb Jahren wurde mir die Nachhaltigkeit erklärt und wir versuchen, diese im Fussball zu verankern», sagt Aegerter. Dies soll dazu führen, Sponsoren zu finden. Grundlage bietet das Mobilitätsmanagement. Erkenntnisse liefert der CO2-Verbrauch aus der Mobilität mit Hin- und Abreise, der Verpflegung, dem Wasserverbrauch, dem Verbrauchsmaterial, zu dem auch die Matchplakate und -programme zählen, sowie dem normalen Energiebedarf. Bei 280 Zuschauern werden 12,96 Tonnen CO2 bei einem Tagesspiel freigesetzt. Bei einem Abendspiel wächst der Verbrauch auf 23 Tonnen. «Mit einfachen Massnahmen soll dieser kompensiert werden», erläutert Putzing. Dazu gehört die Idee, dass die Trainer einmal monatlich in die Schulklassen gehen. «Mit diesen Besuchen soll die Umweltbildung gefördert werden und dazu erhalten wir Fördergelder», sagt Putzing. Ziel ist es auch, in der nächsten Saison ein Heimspiel klimaneutral abzuwickeln.

Im Gleichgewicht

«Das Beispiel des FC Solothurn ist ein wunderbarer Leuchtturm, alternative Wege aufzuzeigen», erklärt Patrick Bussmann die kantonale Begleitung. «Wir wollen Zielkonflikte auf gute Art austragen und ein Gleichgewicht im Wirtschaftlichen, im Umweltbereich und in der Gesellschaft in Nachhaltigkeitsprozessen herstellen», ergänzt der Umweltwissenschafter.

Es kam aber auch zum Ausdruck, dass nicht alle Branchen für dieses Mehrwertsponsoring geeignet und im öV mit dem zu geringen Zuschaueraufkommen kostenmässig Grenzen gesetzt sind.