Auch bei ihrem zweiten grossen Auftritt der Fasnacht bewiesen die Jungnarren, dass sie den Grossen in nichts nachstehen: Am «Narre-Nochwuchs-Umzug» strömten Tausende stolzer Mamis und Papis, Grosis und Opis zur Umzugsroute. Einmal mehr legten die Protagonisten mit bunten Wagen und Kostümen Zeugnis ab von zahllosen kreativen Arbeitsstunden. Ergo: Die Flora und Fauna der Jungfasnächtler war vielfältig – gerade die Tierwelt war würdig vertreten.

Tierisch gute Gruppen

Beispielsweise in Form der Grossfamilie Maus der «Wärchstettli»-Spielgruppe, die durch die Gassen wuselte. Beeindruckend auch die «Heidelhubelhexen», die als «Chäferfescht» ihre Aufwartung machten. Da war vom Gottesgüegeli zum Skarabäus und vom Hirsch- zum Mistkäfer die ganze Entourage dabei. Als kuschelige Schäfchen zogen die Kleinen der Kita Lorenzen die Blicke auf sich – begleitet von Hirten. Und mit schön gestalteten Kartonschachteln kamen als Bremer Stadtmusikanten die Kindergartenkinder des Asylzentrums Kurhaus Balmberg daher – so erhält die Fasnacht auch einen Integrationscharakter.

Eher weniger flauschig, hat sich die Hermesbühl-Schülerschar in Gestalt kleiner Monster bis auf die Zähne bewaffnet. Als Fantasiewesen haben sich auch die Hinterwäudler zurechtgemacht – sie kamen als Migros-Wichtel und holten bei lenzenhaften Temperaturen einen Hauch Weihnachtszeit zurück. Ebenso eine Gruppe, die sich mit Chrischtchindli und Tannenbaum inkognito, aber wirkungsvoll einreihte.

Narre-Nochwuchs-Umzug 2019 Honolulu

Narre-Nochwuchs-Umzug 2019 Honolulu

Zum Abheben bereit war indes die Tagesschule Vorstadt – als Astronauten mit eigener Rakete «Trudi». Die Nuggi-Gugge Selzach hielt in Schwingerhemmli und Wanderschuhen nach Berggipfeln Ausschau. Untertauchen konnte man mit der Kinderkrippe Spitaki: Ihre Teilnehmer hatten Ikea-Taschen zu fantasievollen Unterwasserwelten umfunktioniert. Gleiches hatte die Langendörfer Kinderkrippe Sunneschyn im Sinn. Sie rüstete sich mit Sauerstoffflasche und Schwimmflossen aus. Mit lautem «Tü-Ta-To» zogen die «Säcke von der Post» vorbei.

Bunt, pompös und laut

Als grelle Discogänger kostümiert, wandte sich JAUL (Jugenarbeit Unterer Lebernberg) den Achtzigerjahren und der Ära der Neonfarben zu. Bei den Clowns der «Sö Baröckis» war dafür klassisches Rot-Weiss angesagt, ebenso wie beim Wagen von «AareBarBare». Die «Knopflöcher» zogen dafür in Blau-Schwarz durch die Gassen und hatten als Dekorelement Röhren eingesetzt. Als «grande famiglia» setzten sich die «Hubumättler» mafiös und nadelstreifengewandet in Szene, währenddem die «Höfli-Hüpfer» als Good Guys die Seite von Sherlock Holmes würdig vertraten.

Pompös altrömisch verabschiedeten sich die «Spötterfunkä» auf ihren Segway-Streitwagen vom Schnitzelbank-Olymp, nicht weniger mächtig rollte die 90-jährige Weschtstadtzunft mit überdimensionaler Geburtstagstorte vorbei. Als Schlussbouquet, das dann auch bei der Jury des UNO-Vorstands das Rennen machte: die «Konfettifrässer» mit gehörntem «Highway to Hell»-Wagen (99 Punkte), gefolgt von den «Hinterwäldlern» (84) und den «Knopflöchern» (81). Sie werden, zusammen mit einer erweiterten Auswahl der UNO an den grossen Umzügen mitlaufen. «Wir waren uns einig», sagt UNO-Mitglied Fabian Maienfisch: «Da war noch mehr ‹Pfupf› dabei als in den letzten Jahren.»