Solothurn

Klappen des Bücherschranks «mit ziemlicher Gewalt» beschädigt

Für einen solchen Schaden wurde schweres Geschütz aufgefahren.

Für einen solchen Schaden wurde schweres Geschütz aufgefahren.

Am vergangenen Wochenende wurde der Offene Bücherschrank am Kreuzackerquai beschädigt. Vermutet wird Vandalismus. An zwei Klappen muss das Glas ausgewechselt werden.

Normalerweise hat das Team des Offenen Bücherschranks mit anderen Problemen zu kämpfen: Passanten, die Büchergaben kreuz und quer zwischen die Regale stopfen oder ihre x-bändigen Bertelsmann-Lexika gleich neben dem Schrank postieren. Doch am Wochenende wurde die Andockstelle für Leseratten am Kreuzackerquai erstmals seit seiner Einrichtung im Sommer 2012 grob beschädigt. «Wir waren bislang stolz darauf, dass der Schrank von Vandalenakten verschont blieb», sagt dazu Hartwig Roth von der Initiativgruppe.

Als die Gruppe am Montag ausgerechnet während einer ihrer Sitzungen vom Vorfall erfuhr, reagierten die Beteiligten schockiert. Konkret wurden – wahrscheinlich am Sonntagabend – zwei der unteren Schrankklappen aus Glas beschädigt. «Vermutlich wurden die Türchen mit Steinwürfen, Hammerschlägen oder etwas ähnlichem beschädigt, auf jeden Fall mit ziemlicher Gewalt.» Ein doppeltes Verbundssicherheitsglas wie beim Bücherschrank sei ziemlich robust und lasse sich nämlich nicht einfach so zerbrechen.

600 Franken Schaden

Zwischenzeitlich wurde gegen Unbekannt Anzeige eingereicht. Eine Mobiliarversicherung für den Schrank besteht indes nicht, gerade wegen seiner robusten Bauweise habe man auch nicht mit einem so massiven Schaden gerechnet. So wird die Gruppe den Schaden von rund 600 Franken wohl oder übel mit eigenen Geldern berappen müssen. «Das Glas muss bestellt, zurechtgeschnitten und dann montiert werden, weswegen die Reparatur sich auch noch einige Zeit hinziehen kann», informierte Roth dazu.

Ebenso geplant ist eine ohnehin nötige Erneuerung der Schutzgummi, die sich an den Klappenkanten befinden. Auch soll künftig im Sockel eine Anlage für Putzmaterialien und anderes Unterhaltsequipment Platz finden.

Ein «Umbau» ist aber auch in den Strukturen der Initiativgruppe geplant. «Wir möchten mittelfristig einen Verein als Trägerschaft gründen», stellt Hartwig Roth in Aussicht. Einerseits soll das Projekt so auf einen finanziell sicheren Boden gestellt werden. Ausserdem ist die Existenz des Offenen Bücherschrank derzeit noch vom Einsatz einzelner Personen abhängig.

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