Das berichten zwei Augenzeugen unabhängig voneinander gegenüber dieser Zeitung. «Die standen wortlos vor dem Eingangstor», sagt einer der beiden. Schilder oder Transparente wurden keine hochgehalten. Die Kantonspolizei war mit einem Streifenwagen vor Ort. Eine Sprecherin der Kirschblüten-Gemeinschaft wollte die Aktion weder bestätigen noch dementieren, stellte aber eine Erklärung in Aussicht.

Auf Anfrage bestätigt die Staatsanwaltschaft: Ermittler haben am Mittwoch «mehrere Personen befragt»  – dies im Zuge der laufenden Strafverfahren gegen Mitglieder der Gemeinschaft um den umstrittenen Psychiater Samuel Widmer. Zu weiteren Details will sich die Anklagebehörde derzeit nicht äussern.

Ermittlungen laufen

Bereits im März und im September durchsuchten Ermittler mehrere Häuser der Kirschblüten-Gemeinschaft in Lüsslingen-Nennigkofen. Die Staatsanwaltschaft eröffnete daraufhin Verfahren gegen vier Mitglieder.

Den Beschuldigten werden «Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz» vorgeworfen. Ein Angehöriger von Kirschblüten-Leiter Samuel Widmer wurde im Frühjahr vorläufig verhaftet. Er sass während mehreren Tagen in Untersuchungshaft. Unbestätigten Meldungen zufolge soll er für die Gemeinschaft als Drogenkurier gearbeitet haben.

Aussteiger der Kirschblüten-Gemeinschaft berichteten, dass Widmer bei seinen Therapien illegale Drogen wie LSD oder Ecstasy eingesetzt haben soll. Ein Reporter der ARD-Sendung «Beckmann» entlarvte den Drogenkonsum bei einer verdeckten Recherche in einem von Widmers Seminaren. Es gilt die Unschuldsvermutung. (sva)