«Ende Jahr hören wir auf.» Verena Holzer-Bohnenblust und ihre Schwester Margrit Bohnenblust geben damit ihr Geschäftshaus an der Hauptgasse 18 auf. «Ich bin nächstes Jahr im Pensionsalter. Es stehen hohe Investitionen im Gebäude an, und das wollten wir nicht mehr auf uns nehmen», meint Verena Holzer-Bohnenblust zum baldigen Ende des Fachgeschäfts.

Die «Kinderparadies Bohnenblust AG» steht für Spielwaren und Baby-Zubehör, vor allem Kinderwagen. Beide Schwestern verhehlen nicht, dass das Internet-Shopping vor allem auch dem Spielwarengeschäft nicht nur in Solothurn zusetzt. Doch beendet ist das Kapitel des 70-jährigen, über drei Generationen in Solothurn beheimateten Familienunternehmens am 31. Dezember noch keineswegs ganz.

Neuer Kinderladen

Margrit Bohnenblust will «im Hintergrund» dabei sein, wenn eine langjährige Angestellte den bisherigen Baby-Shop des Kinderparadieses ab nächstem Jahr weiterführt. «Dieser Geschäftszweig macht immerhin rund die Hälfte unseres jetzigen Gesamtumsatzes aus.» Neu wird er ab nächstem Jahr an der Gurzelngasse oben anzutreffen sein, und zwar unter dem neuen Label «Kinderladen ELF.» Bekanntlich wird das Modehaus Schild in der dortigen Liegenschaft ausziehen, und damit entsteht Platz für das neue Kindergeschäft, «und zwar mit 500 Quadratmetern Verkaufsfläche auf zwei Etagen», wie Margrit Bohnenblust betont.

Das Stammpersonal, 16 Angestellte verteilt auf ein Pensum von zehn Vollzeitstellen, seien schon Anfang Jahr über die Geschäftsaufgabe an der Hauptgasse orientiert worden. Neben zwei Pensionierungen hätten zwei Lernende ihre Lehre im Sommer beendet und seien nicht mehr ersetzt worden, daneben könnten bisherige Angestellte möglicherweise auch im «Kinderladen Elf» eine Weiterbeschäftigung finden.

Erste Pläne abgelehnt

Neue Besitzerin der Liegenschaft wird die NPH Solothurn 1 AG unter den Fittichen der besser bekannten Newport High-street AG in Zug, die bereits den Umbau der Nachbarliegenschaft Hauptgasse 14 vor einigen Jahren realisiert hatte. Erste Umbaupläne habe man bereits studiert, bestätigt Jörg Eichhorn, beratendes Mitglied der AG. «Wir beabsichtigen, die Liegenschaft an der Hauptgasse 18 nachhaltig zu entwickeln. Dies ist unserer Ansicht nach nur mit einer sanften Öffnung des überbauten Innenhofes möglich.» Doch leider seien zwei entsprechende Voranfragen an die Altstadtkommission abschlägig beantwortet worden. Aus diesem Grund könne man derzeit auch noch nichts Näheres zur künftigen Nutzung des Gebäudes sagen.

Tradition weitergeführt

Bereits Ausverkauf angesagt ist im Obergeschoss, im Fasnachtsladen der Schwestern Bohnenblust, ebenfalls ein traditionelles Standbein des Fachgeschäfts, das 1998 an der Hauptgasse 18 das damalige Spielwarengeschäft Hirsig übernommen hatte - einen ebenfalls klingenden Namen mit einer jahrzehntelangen Tradition im Stadtsolothurner Geschäftsleben. «Schon damals sagten wir uns, wir machen das jetzt noch die nächsten 20 Jahre», so Verena Holzer-Bohnenblust und ihre Schwester.

Im Zuge des damaligen Wechsels hatten beide auch das väterliche Stammgeschäft am Dornacherplatz, vor allem bekannt für Kinderwagen und Bébé-Artikel, aufgegeben und den Sprung in die belebtere Altstadt gewagt. Nun endet auch diese Ära am Silvester definitiv – «dann geben wir den Schlüssel unseres Hauses ab».