Die offizielle Liste aus dem Stadtbauamt zeichnet auf den ersten Blick ein kinderfreundliches Bild: 27 Spielplätze soll die Stadt Solothurn haben. Doch zweimal hinschauen lohnt sich: 18 davon sind Schulspielplätze, von denen wiederum 12 gar nicht und 6 nur zeitweise zugänglich sind. Die Subtraktion geht weiter: minus ein Boule-Platz, minus eine Skater-Anlage, die sich als «Spiel-Plätze» eher für Jugendliche und Erwachsene eignen. Bleiben 7, wovon 3 Quartierspielplätze nur bedingt und zeitweise geöffnet sind. Macht unter dem Strich: 4 Spielplätze im engeren Sinne, die aber aus Nutzersicht ebenfalls Mängel hinsichtlich Spieltauglichkeit aufweisen. 

Damit noch nicht adressiert ist der Sicherheitszustand der Anlagen. Letztmalig wurden laut Stadtbauamt 2010 sämtliche öffentliche Spielplätze durch Spezialisten überprüft und anschliessend instand gestellt, wo nötig. Nach 8 Jahren dürfte sich aber im einen oder anderen Fall eine erneute Überprüfung aufdrängen. 

Ob es nun um Sicherheit oder um den «Spassfaktor» geht: Gemessen am Status quo seiner Spielplätze könnte Solothurn ein Bekenntnis zugunsten seiner Kinder gut vertragen: 35 Schweizer Gemeinden tragen das Unicef-Label als «kinderfreundliche Gemeinde», darunter Grenchen und Laupersdorf. Ein solcher Stempel trägt eine Stadt nicht zur Zierde oder für eine erhoffte Standortförderung. Vielmehr dient das Label als Gradmesser dafür, welche Bemühungen eine Stadt für ihre jüngsten Bewohner auf sich nehmen kann und will. Und können tut Solothurn allemal.