Diese Arbeit wird wortwörtlich im Stillen verrichtet. Unbemerkt, aber nicht unwichtig. Im Sommer jeden Monat und im Winter alle sechs Wochen widmen sich die vier Betreiber der Balsthaler Tauchschule «Redsnapper» den Grenzbojen der Badi Solothurn.

Die Kugeln mit rund 80 Zentimeter Durchmesser sind über Ketten mit einem Fundament sechs Meter unter dem Aarespiegel im Flussbett verbunden. Sie trennen den bis 25 Meter breiten Badebereich von der Schifffahrts-Route und erfüllen so eine Funktion.

Umso wichtiger ist es, dass sie regelmässig gereinigt werden: «Im Sommer kann die Schicht aus Schlick und Algen auf einen Durchmesser von bis zu drei Metern wachsen», sagt Reto Zünd, Tauchinstruktor und administrativer Leiter der Tauchschule. Mit zunehmender Angriffsfläche nehmen die Ablagerungen schneller zu und erhöhen die Zugspannung auf die Ketten.

Wahre Befreiungsaktion

Mit einem Brotmesser werden die Ketten dann vom grünen «Vorhang« befreit. Bei Hochwasser verheddert sich auch Schwemmholz in den Kettengliedern. «In einem Fall mussten wir mit der Fuchsschwanz-Säge unter Wasser eine Kette von einem ganzen Baumstamm befreien, der die Boje auf den Grund gezogen hat.»

Hin und wieder löst sich auch eine Boje auf Nimmerwiedersehen von der Befestigung. Auch kümmern sich die «Bojenrestaurateure» um die Kontrolle der Befestigungen. Überprüft werden zudem die Seile, die die Ketten untereinander verbinden.

Mit diesen Seilen werden abgerissene und im Flussbett verschüttete Ketten wieder hervorgeholt. Problematisch wird die Arbeit, wenn die Flussgeschwindigkeit über ein kritisches Mass von 320 Kubikmetern pro Sekunde gelangt.

Das Wasser wird trüber, die Strömung stärker: «Danach wird es schwierig und gefährlich, an den Bojenverankerungen zu arbeiten.» Doch auch sicherheitstechnisch sind die «Redsnapper» ausgerüstet: «Wir sind meistens zu viert - einer davon an Land - und haben eine Mannsboje, die im Notfall zur Oberfläche steigt.

Auch «Zaungäste» schauen vorbei

Seit 1999 existiert die Tauchschule «Redsnapper» - eine Gründung durch vier Freunde, die sich seit Kindheit kennen und die Leidenschaft des Tauchens teilen. Und seit 2012 verrichten sie die Arbeit unter dem Aarespiegel - ein Auftrag des kantonalen Amts für Umwelt.

Zuvor war die Polizei für die Instandhaltung und Reinigung der Grenzbojen zuständig. Ansonsten kam die Tauchschule in Solothurn auch schon bei der Suche nach Containern zum Einsatz, die bei einem Lausbubenstreich in der Aare versenkt worden waren.

Ganz unbemerkt bleibt die Arbeit der «Redsnappers» im Übrigen doch auch nicht, so Zünd schmunzelnd: «Ab und zu kommen Welse vorbei und schauen zu: Die sind nämlich richtiggehende ‹Gwungernase›.»