Gemeinderat Solothurn
Kein neues Lern-Schwimmbecken im Hermesbühl-Schulhaus

Im Hermesbühl-Schulhaus sollen zwei Turnhallen übereinander, aber kein Lernschwimmbecken als Ersatz für das jetzige mehr gebaut werden. Diesen Grundsatzentscheid fasste der Gemeinderat gestern Abend ziemlich deutlich mit 26 gegen 4 Stimmen.

Wolfgang Wagmann
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Das Hallenbad in der Pädagogischen Hochschule PH rückte mit dem gestrigen Entscheid in den Vordergrund.

Das Hallenbad in der Pädagogischen Hochschule PH rückte mit dem gestrigen Entscheid in den Vordergrund.

Hanspeter Bärtschi

Nur die SP sah es mit einer Ausnahme anders. Fraktionssprecher Matthias Anderegg: «Hauptnutzer eines Lernschwimmbeckens sind die Schulen. Und in erster Linie geht es hier um den Ersatz einer bestehenden Anlage», wehrte er sich für einen Neubau mit zwei Turnhallen und dem Lernschwimmbecken nicht zuletzt auch deshalb, weil mit dem neuen Vorgehen auch das bisherige Wettbewerbs-Projekt obsolet geworden war.

Wenn schon ein 25-Meter-Becken

Die anderen Parteien sprachen sich klar für den GRK-Antrag aus, die zwei Turnhallen übereinander zu bauen und zu möglichst optimalen Konditionen vom Kanton das 25-Meter-Hallenbad in der Pädagogischen Hochschule zu übernehmen. Das könnte auch über 16 Mio. Franken kosten wie die zwei Turnhallen mit Lernschwimmbecken – doch gebe es dafür mehr.

Beispielsweise Pausenplatz im Hermesbühl, wie Brigit Wyss für die Grünen bemerkte. Pirmin Bischof (CVP) stellte gar infrage, ob die Stadt auch aus energiepolitischen Aspekten künftig überhaupt noch ein Hallenbad unterhalten könne; «Schwimmen soll vor allem im Sommer betrieben werden.»

Und damit war die Lunte ans Pulverfass Schwimmunterricht gelegt, denn ein Lernschwimmbecken fand auch insofern wenig Unterstützung, als auf breiter Front bezweifelt wurde, dass die Schule den Schwimmunterricht überhaupt in der nötigen Qualität bieten könne – und wolle. In diese Kerbe hieben mit Beat Käch (FDP) und Roberto Conti (SVP) sogar zwei Lehrkräfte.

Komplementäres Schwimmangebot

Schuldirektorin Irène Schori bekräftigte, die Schule werde sich um den Schwimmunterricht kümmern, meinte aber zum Lernschwimmbecken: «Es gibt viele Bedürfnisse. Wir nähmen es sehr gerne, aber wir fordern es nicht.» Allgemein, aber insbesondere durch FDP-Sprecher Yves Derendinger wurde mit der Kostenberechnung früher im Stadtbauamt – 2007 war noch von 8 Mio. für Doppelturnhalle und Becken die Rede gewesen – abgerechnet und die seriöse Neuabklärung der neuen Stadtbauamt-Spitze mit Andrea Lenggenhager und Christiane Ern gelobt.

Abschliessend meinte Stadtpräsident Kurt Fluri, dass ja mit einer Übernahme des PH-Hallenbades und dem Freibad im Sommer ganzjährig ein komplementäres, öffentliches Schwimmangebot bestehe.

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