Solothurn

Kanton setzt auf «Runden Tisch» im Kloster-Zwist

Wie gehts weiter im Kapuzinerkloster Solothurn?

Wie gehts weiter im Kapuzinerkloster Solothurn?

Im Streit um die Zwischennutzung des Solothurner Kapuzinerklosters wird ein neues Kapitel aufgeschlagen: Der Kanton sistiert sein Baugesuch und setzt auf einen «Runden Tisch».

Urs Buchers Gesuch für ein Zwischennutzungsprojekt mit sozial benachteiligten Menschen und Asylsuchenden war letzten Herbst zurückgezogen worden. Ein neues Baugesuch hatte der Kanton als Besitzer der Klosteranlage eingereicht, und es sollte vor allem weitreichendere Öffnungsmöglicheiten für Anlässe bringen.

Das Gesuch stiess in Anwohnerkreisen auf breite Opposition und es setzte vier Einsprachen ab, eine davon unterzeichnet von gleich 14 Parteien. Zudem wurde auch die bisherige Bewilligungspraxis hinterfragt, die auf einer mit einer Einsprachepartei 2007 bereinigten Baubewilligung fusst. Da diese mehrfach verletzt worden sei, habe die Stadt ihre Aufsichtspflicht nicht wahrgenommen, wurde dieser sogar mit einer Anzeige beschieden.

Kanton versucht es im Guten

Angesichts dieser eigentlichen Front gegen eine für die Einsprecher zu wenig definierte Nutzung im Kloster, versucht nun das kantonale Hochbauamt, die Wogen auf dem Weg des Dialogs zu glätten. Es beantragt deshalb beim Stadtbauamt, das bekämpfte Baugesuch «vorläufig zu sistieren».

Nochmals wird betont, das Baugesuch bezwecke lediglich eine vorübergehende Zwischennutzung bis die definitive Nutzung für das ehemalige Kloster gefunden sei. Diese versucht der Kanton seit dem Auszug des Ordens 2003 herbeizuführen, er ist aber bisher am Anwohner-Widerstand zu Projekten wie der «Denkklause» oder am Nachweis von Investitionskapital gescheitert.

Das kantonale Hochbauamt will nun «die Angelegenheit» mit den Einsprechern intern diskutieren und schlägt zu diesem Zweck einen «Runden Tisch» vor. Dies werde «einige Zeit» beanspruchen, zwischenzeitlich sollen aber die Rechte der Einsprecher und ihrer Einsprachen gewahrt bleiben.

Kann mit uns reden, aber...

Mehr als bezweifelt wird im jetzigen Einspracheverfahren auch, ob bisherige Anlässe wie die «Authentica» oder «Advent im Kloster» überhaupt hätten bewilligt werden dürfen. Von Einsprecherseite wird dagegen betont, man habe bisher ja nichts gegen die Anlässe gehabt und sie toleriert.

Sollten gar Veranstalter auf sie zukommen, lasse man durchaus mit sich reden. Durchblicken lässt man aber auch, dass es vor allem Opposition gebe, weil ein bekannter Partyveranstalter wie Urs Bucher exklusiv und zu erweiterten Öffnungszeiten das Kloster nutzen könne – was eben Befürchtungen betreffend die Ruhe im Quartier auslöse.

Meistgesehen

Artboard 1