Solothurn

Kanti-Schwimmbecken modert weiter vor sich hin

Seit rund 20 Jahren modert das Schwimmbecken der Kanti Solothurn vor sich hin.

Seit rund 20 Jahren modert das Schwimmbecken der Kanti Solothurn vor sich hin.

Weil das Geld für eine Sanierung fehlt, ist das Schwimmbad der Kantonsschule Solothurn seit den 1990er-Jahren nicht mehr in Betrieb. Immerhin gibts jetzt vage Pläne für eine Turnhalle.

Seit Jahren bröckelt es vor sich hin, Pflanzen sprengen den Beton auf, die Wände sind mit Graffiti besprüht. Das alte Aussenschwimmbecken auf dem Areal der Kantonsschule Solothurn ist seit den 1990er- Jahren sich selbst überlassen. Warum liess man das ehemals so beliebte Becken dermassen verkommen?

Das 1963 fertiggestellte Schwimmbecken nutzte die Kantonsschule für den Schwimmunterricht. Es war während einiger Monate im Jahr auch für die Öffentlichkeit zugänglich. «Die Schüler haben es geliebt, wenn ein Lehrer im Hochsommer den Unterricht ausfallen liess und sie stattdessen zum Baden mitnahm», erzählt Stefan Zumbrunn-Würsch, Rektor der Kantonsschule Solothurn.

Heute sind solche Spässe nicht mehr möglich. Schwimmunterricht gäbe es in der Kantonsschule zwar noch immer, sagt Zumbrunn-Würsch. «Wir besuchen jetzt das Hallenbad der Pädagogischen Fachhochschule Solothurn.»

Das Geld fehlt

In den 1990er-Jahren war das Aussenschwimmbecken der Kantonsschule seit über 30 Jahren in Betrieb. Es genügte technischen und gesetzlichen Anforderungen nicht mehr und hätte dringend einer Sanierung bedurft. Zu den sonst schon anstehenden Investitionen, kam 1994 die vom Regierungsrat erlassene revidierte Schwimmbadverordnung dazu. Um die geforderten Auflagen der Verordnung zu erfüllen, hätte die Kantonsschule Solothurn zirka 250 000 Franken aufwenden müssen.

Doch der Kanton Solothurn hatte zu diesem Zeitpunkt den Gürtel eng geschnallt. Aufgrund des Zusammenbruchs der Solothurner Kantonalbank 1994, der den Kanton Solothurn rund 400 Millionen Franken kostete, leitete der Kanton Sparmassnahmen in allen Bereichen ein. Da die finanziellen Mittel nicht zur Verfügung standen, beschloss die Kantonsschule an einer Rektorenkonferenz 1997, auf die Sanierung des Schwimmbeckens zu verzichten. Die Schliessung des Beckens war damit besiegelt.

So wird das Schwimmbecken nun einfach langsam verlottern? Nicht ganz. Vage Pläne für dessen Zukunft sind vorhanden. Das Hochbauamt Solothurn, das Eigentümer des Areals der Kantonsschule ist, hat 2009 ein Gesamterneuerungskonzept für die Kantonsschule erstellt. Es sieht eine schrittweise Erneuerung und Sanierung des Areals vor.

Doch im alten Schwimmbecken wird wohl nie wieder jemand baden: Wo sich heute das Schwimmbecken und die ebenfalls 1963 erbaute Doppelturnhalle befinden, soll künftig eine neue Dreifach-Turnhalle stehen. «Die Dreifach-Turnhalle ist eine längerfristige Vision, konkrete Pläne gibt es keine», sagt Dominik Jenni von der Abteilung Projektrealisierung des Hochbauamtes Solothurn. Das Schwimmbad werde vorläufig auch nicht aufgeschüttet. «Das macht wenig Sinn, denn für den Turnhallenbau müsste es wieder ausgehoben werden.» Man wolle den Rückbau des Schwimmbeckens mit der langfristigen Arealentwicklung koordinieren. Im Klartext heisst das: Das alte Aussenbecken wird noch einige Jahre weiter vor sich hin bröckeln.

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