Solothurn
Kanti probt den Ernstfall: 1800 Schüler evakuiert

Was wäre, wenn es an der Kantonsschule zu einer Katastrophe käme. Bis heute wusste das niemand so genau. Zum ersten Mal wurde deshalb am Freitag der Ernstfall geprobt. Rund 1800 Schülerinnen und Schüler wurden innert Minuten evakuiert.

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Alarm: Zum Glück mit Vorwarnung
9 Bilder
Ruhig und ohne Hektik verlassen alle das Schulgebäude
Bei der Mulde entwickelt sich ein kurzer Stau
Sicherheitsleute lotsen die Schüler durch
Eine willkommene Abwechslung zum Schulzimmer
Kurze Lagebesprechung der Übungsleiter
Solothurner Kantischüler proben den Ernstfall
Polizeibeamte unterstützen den Krisenstab
Alarmübung an der Kanti Solothurn: 1800 Schülerinnen und Schüler evakuiert

Alarm: Zum Glück mit Vorwarnung

Christoph Zehnder

«Kann ich mein Velo auch mitnehmen» fragt eine Schülerin während der Pause. Und auch eine Lehrerin will wissen, ob man nach dem Alarm die Stühle gleich auf die Pulte stellen solle, da das Zimmer am Nachmittag nicht mehr benützt werde. Kurz vor der angekündigten Alarmübung tauchten plötzlich Fragen auf, die sich im Ernstfall kaum stellen würden.

«Wir haben die Übung ganz bewusst angekündigt», erklärt Übungsleiter Hansjürg Geiger. Es ist das erste Mal, dass an der Kanti Solothurn ein solches Szenario durchgespielt wird. Es geht darum, die Abläufe kennenzulernen und Schwachpunkte zu identifizieren. Es soll keine Panik entstehen. Das gilt auch für den Ernstfall.

Kurz darauf - alle Schüler sind im Unterricht - schrillt die Alarmglocke. Ohne Hektik begeben sich die Klassen zum Ausgang und machen sich auf den Weg zum Sammelpunkt. Mitglieder des Krisenstabs weisen ihnen den Weg, die Polizei sichert die Verkehrswege. Währenddessen kontrollieren weitere Übungsteilnehmer sämtliche Klassenzimmer.

Am Sammelpunkt angelangt werden die Klassenbestände kontrolliert. Glück gehabt, niemand fehlt. Bald darauf ist die Übung auch schon beendet. Für die Kantischülerinnen und -schüler war es eine willkommene Abwechslung. Es wird viel gelacht und sogar gesungen. Die Stimmung ist alles andere als «katastrophal».

Der Krisenstab zieht ein erstes Fazit. Die Evakuierung dauerte nur wenige Minuten und verlief ohne Zwischenfälle. «Es gab ein paar praktische Schwierigkeiten», erklärt Übungsleiter Geiger. Etwa ein Megaphon, das nicht funktionierte oder kleinere Informationslücken. Es gebe noch Verbesserungspotential. Im Grossen und Ganzen ist man aber zufrieden.

Die gewonnenen Erkenntnisse müssen nun zuerst ausgewertet werden. Darauf angesprochen meint Rektor Stefan Zumbrunn, man wolle relativ bald weitere Übungen durchführen. «Das Thema muss in den Köpfen präsent bleiben und nicht zum Event verkommen.» Künftige Manöver könnten dann in kleineren Einheiten durchgeführt werden. Die vollständige Evakuierung bleibt ein Ausnahmefall - hoffentlich. (cze)