Ortsplanungsrevision

Kampfansage an Nacht-Lärm: In Solothurn formiert sich eine Anwohner-Opposition

Dieses Flugblatt tauchte am Wochenende in der Stadt auf.

Dieses Flugblatt tauchte am Wochenende in der Stadt auf.

Im Rahmen der Ortsplanungsrevision von Solothurn ist auch die Festlegung von Gastrozonen geplant. Sie würden vor allem entlang des nördlichen Aareufers längere Öffnungszeiten ermöglichen. Dagegen regt sich nun Widerstand aus Anwohnerkreisen.

«Interessengemeinschaft L(i)ebenswertes Solothurn» nennt sich die Gruppierung, die derzeit Geschäfte und Briefkästen mit einem Flugblatt bedient. Dessen Botschaft ist eindeutig und unmissverständlich: «Nein zum geplanten Zonen- und Gastroreglement», tönt es plakativ.

Eine der Initiantinnen ist die am Stalden wohnhafte Jutta Thellmann. «Wir haben uns bis jetzt noch nicht so strukturiert und uns noch auf keine IG-Führung festgelegt. Aber es sind aktuell schon 20 Anwohnerinnen und Anwohner, die mitmachen. Darunter einige, die schon einige Male bei der Stadt angerannt sind.»

Kampfansage an Nachtlärm

Bei Thellmann und ihrer jungen Nachbarin ist eine gewisse Verbitterung klar spürbar: Wenn man nachts wegen Nachtschwärmern nicht schlafen könne und beispielsweise bei der Polizei interveniere, dann passiere nichts. Nun befürchten sie mit der Schaffung der neuen Gastrozonen eine wesentliche Verschlechterung des ohnehin schon kritisierten Ist-Zustandes.

Insbesondere sticht der IG die geplante Gastrozone A in die Nase, die vom «SolHeure» entlang der Aare bis und mit zur Landi, wo Bestrebungen für einen «Eleven»-Ersatz im Gange sind, reichen soll. Die Betriebe in diesem Streifen sollen von liberaleren Öffnungszeiten profitieren können: Offen bis 4 Uhr drinnen und 2 Uhr draussen lautet der progressive Vorschlag, den die Macher der neuen Zonierung vorschlagen.

Daraus schliesst die IG: «Wir die Bewohner hätten also in der Altstadt und den angrenzenden Bereichen keine Priorität mehr! Und die jetzt schon vielfach gestörte Nachtruhe auch nicht.» Andere Städte als Solothurn kämpften darum heute gegen die Auswüchse solcher «Ballermann-Zonen» und planten Kehrtwenden. «Lernen wir daraus!», fordert die IG ultimativ auf ihrem Flugblatt.

Gemeinsam mitwirken

«Es gnüegelet!», findet deshalb Initiantin Jutta Thellmann und hofft gemäss dem Aufruf auf dem Flugblatt «Wir wehren uns! Macht mit!» auf den Zuzug von weiteren Interessierten, denen versprochen wird: «In unserer Interessengemeinschaft tauscht Ihr Euch aus mit Gleichgesinnten und werdet stets auf dem Laufenden gehalten. Gemeinsam sind wir stärker – auch und vor allem in der Mitwirkungsphase der Ortsplanungsrevision, die wir aktiv nutzen wollen.»

Damit wird auf die heute beginnende Mitwirkungsphase hingewiesen, welche die Stadtbehörden, insbesondere das Stadtbauamt, bis Ende Oktober durchführen. Die geplanten Gastrozonen hatten schon in der Grundsatzdiskussion des Gemeinderates für kritische Nebengeräusche gesorgt. Insbesondere wurde eine gewisse Rechtsungleichheit für die verschiedenen Betriebe moniert. In Vorbereitung ist derzeit bei der Stadt auch eine Informationsveranstaltung zum Gastroreglement im Oktober.

Infos: www.ortsplanung-solothurn.ch

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