Knapp 30 Jahre lang haben sie sich gehalten und den Füssen der Solothurner Passanten einen guten Dienst erwiesen - die «Bsetzisteine» auf einer der meist frequentierten Fussgängerachsen der Altstadt. Seit dieser Woche wird der Mittelstreifen der Hauptgasse zwischen Märetplatz und Kronenplatz auf ganzer Länge erneuert. Die alten Pflastersteine aus Porphyr werden durch neue Steine aus gleichem Material ersetzt. Denn: Zu guter Letzt hat nicht nur ihr Glanz, sondern auch ihr guter Dienst etwas nachgelassen.

Wie die Leiterin des Stadtbauamts Andrea Lenggenhager auf Anfrage erläutert, seien die 1984 eingesetzten Blöcke mittlerweile in einem schlechten Zustand. Üblicherweise dürfe man von einer Lebensdauer von mindestens 50 Jahren ausgehen. «Einige Pflastersteine waren gespalten, was sie zu Stolperfallen machte und somit auch zu erhöhter Unfallgefahr führte.»

Die Belastung des stark genutzten Streckenabschnitts ist mit ein Grund für den schlechten Zustand. Und: Die Sanierung habe man gemäss Finanzplan eigentlich früher angehen wollen. Nun habe aber der Altstadtbrand im März 2011 das Vorhaben hinausgezögert, weil man für die Renovation der Gebäude wieder mit einer stärkeren Belastung des Untergrunds habe rechnen müssen.

Unterhalt und Reklamationen

Zu dieser Belastung auf den Belag durch Passanten und Verkehr kommt aber noch die Verlegungsart selbst hinzu: Der Sand als Fugenmaterial wurde immer wieder ausgewaschen. Die Spalten seien somit breiter und tiefer geworden. Zudem mussten die Steine aus dem nicht allzu belastbaren Porphyr regelmässig ausgewechselt werden. «Entsprechend haben der Unterhalt und auch die Reklamationen zugenommen», ergänzt Lenggenhager.

In den nächsten rund vier Wochen werden nun die alten Steine ersetzt. Statt in Sand werden die neuen Porphyr-Pflastersteine mit oberitalienischer Herkunft in Splittbeton gebettet und mit Mörtel ausgefugt. Dieser ist gegen Einflüsse wie Frost, Tau und Salz beständig. «Dadurch wird der Unterhalt für die Pflästerung massiv reduziert», so Lenggenhager. Nicht tangiert von den zurzeit stattfindenden Belagsarbeiten sind die Bereiche entlang der Hausfassaden.

Die Verlegungsart mit Splittmörtel (die auch schon auf dem Märetplatz selbst angewandt wird) war im Übrigen mit der Altstadtkommission diskutiert worden: «Wichtig war uns, dass das gleiche Material wie bei den seitlichen Fusswegen verwendet wird.» Gleichzeitig sollte die sichtbare Trennung zu den anderen Steinen am Kronenplatz erhalten bleiben. Zudem legte man Wert darauf, dass sich die Grösse der Steine an jene annähert, die auf dem Märetplatz verlegt sind. In der neuen Pflästerung werden die Fugen tiefer verlaufen als die Oberseiten der Pflastersteine - eine Massnahme, die der Optik zugute kommt: «Dadurch entsteht ein erkennbares Fugenbild.»

Kosten bleiben unter Kreditrahmen

Der veranschlagte Kredit für die Pflästerungsarbeiten beläuft sich auf 250 000 Franken, die Kosten lägen aber tiefer. Wie Andrea Lenggenhager weiter mitteilt, seien in nächster Zeit keine weiteren Sanierungsarbeiten an Pflästerungen in der Altstadt mehr vorgesehen. Anlässe, die derweil in diesem Strassenabschnitt stattfinden, werden durch die Arbeiten nicht beeinträchtigt werden.

«Die Pflästerung wird in Wochenetappen absolviert. Somit kann der Markt am Samstag in gewohnter Umgebung stattfinden», versichert die Leiterin des Stadtbauamts. Das gilt auch für das Oldtimertreffen, das diesen Sonntag in der Altstadt stattfinden wird. Der Verkehr auf der Achse zwischen Märetplatz und Kronenplatz wird nur flächenmässig eingeschränkt werden. «Die Fussgängerbereiche sowie die halbe Fahrbahn bleiben also immer offen», so Lenggenhager.