Altgediente Magistraten müssen lange darauf warten, was dem neu gewählten Regierungsrat Roland Heim schon zu Beginn seiner Amtszeit widerfuhr. Dank verwandtschaftlicher Bande zu Urs Joseph Flury, Leiter des Solothurner Kammerorchesters (SKO), kam er zu einem Marsch.

Vorgetragen und in Partitur überreicht erhielt er am Ende des Konzertabends das Musikstück, das inhaltlich – beginnend mit einem Trommelwirbel vor fein gefügten Melodiebögen – auf musikalische Liebhabereien von Heim einging. «Der Marsch gilt aber nicht nur ihm, sondern dem gesamten Regierungsrat als Glück-auf für die neue Amtszeit», relativierte SKO-Präsident Ulrich Lips diese musikalisch gefasste Ehre, von der Heim wie das gesamte Publikum sichtlich begeistert waren.

Mozarts Klarinettenklänge

Da mit Ausnahme der Orchestermitglieder niemand vom abschliessenden Höhepunkt wusste, widmete man sich gerne der besonders gefälligen Programmgestaltung. Solistin Franziska Baschung verzauberte das Auditorium im Konzertsaal mit dem einzigen Konzert A-Dur KV 622, das Wolfgang Amadeus Mozart für Klarinette schrieb.

Ihr gelang es, die klanglichen Vorzüge ihres Instruments mit seinen tiefen und hohen Tönen in Perfektion auszuschöpfen. Berührend war zu erleben, mit welcher Innigkeit sie vor allem im lyrischen zweiten Satz dem Spätstil Mozarts entsprach, der dieses Werk zwei Monate vor seinem Tode komponierte.

Das SKO setzte die Stimmung dieses dreisätzigen und teilweise szenenreichen Konzerts auch im abschliessenden tänzerischen Rondo mit Transparenz und Beweglichkeit um. Es folgte – stilistisch spätromantisch – das Stück «Träume» aus den Wesendonck-Liedern von Richard Wagner für Klarinette und Orchester.

Viel Entzücken erregte die von Urs Joseph Flury bearbeitete, uraufgeführte Orchestersuite zum bekannten Singspiel «Dursli und Babeli» von Edmund Wyss. Und mit seinem anschliessenden musikalischen Ausflug nach Wien, der federnd und luftig gelang, wandelte sich das SKO in ein edles Kurorchester, das die Ouvertüre zu «Eine Nacht in Venedig» (Johann Strauss), den Marsch «Jetzt geht’s los» (Franz Lehár), die Polka «Feuerfest» (Josef Strauss) und den Marsch «Wien bleibt Wien» (Josef Schrammel) vergnüglich aufführte.