Eigentlich legen die kleinen Weisshemden am Tag vor der grossmächtigen Konkurrenz den Grundstein für eine strategische Übung der Sonderklasse: Es gilt den Winter zu vertreiben. Nun, dieser war gar nicht da, und so halfen bei Frühlingssonne pur umso mehr Zipfelmützen mit, einfach Fasnacht zu machen – Jahreszeit hin oder her.

Fast zu klein wurde der Dornacherplatz angesichts der weissen Massen, die dort vor 15 Uhr eintrudelten. Sekundengenau zündete «Kinderschreck» Toni Armbrust im Kreuzackerpark seinen obligaten Böller und die weisse Karawane setzte sich in Marsch – bimmelnd, rätschend, trommelnd, tutend.

Chinderchesslete 2019 in Solothurn

Chinderchesslete 2019 in Solothurn

Über 1000 Kinder und Erwachsene machten bei Sonnenschein bei der Chinderchesslete mit.

1200 Chnörzli und Weggli

Voran wie immer der Kinder-Oberchessler der Vorstadtzunft, Patrick Müller. «Die Chinderchesslete ist seit jeher eine Aufgabe unserer Zunft. Und so hilft jeder mit, manche haben auch extra frei genommen.» Müller brauchte kein Orakel, um eine Rekord-Chesslete voraussagen zu können. Keine Schulferien und solches Kaiserwetter mit bis zu 18 Grad! – Top-Bedingungen also für den langen Marsch über die Kreuzackerbrücke hinauf in die Altstadt.

Dort offenbarte sich erst das wahre Ausmass des weissen Tatzelwurms, der erfreulich wenige andersfarbige Flecken aufwies: Als Patrick Müller die Spitze des Umzugs längst wieder den Kronenstutz hinunter führte, bogen immer noch weisse Gestalten beim Landhaus in die Schaalgasse ein. Ob da die je 1200 von den Platzbanken gesponserten Weggli und Chnörzli, gereicht haben? Der Oberchessler vertraute auf seinen langjährigen Vorgänger Peter Lendenmann. «Er hat die Erfahrungswerte.» Und ausserdem: Viele Eltern blieben mit ihrem Nachwuchs in den Altstadtbeizen hängen – bei diesem Wetterchen!

„Chinderchesslete „: Mit viel Lärm durch die Gassen

Der Beitrag von TeleM1 zur Chinderchesslete

Bereits vor dem schmutzigen Donnerstag beginnt für die Kleinsten die Fastnacht in Solothurn. Wir begleiteten die kleinen „Chessler“.

Frühling ade!

Mit der Chinderchesslete ist der Weg geebnet für die kommenden sieben Fasnachtstage. Leider steht eines schon jetzt fest: Mit dem Schmutzigen Donnerstag verabschiedet sich nicht nur der Februar, sondern auch das immerschöne Frühlingswetter. Ausser am Samstag dürfte es wohl jeden Tag feucht werden, doch zum Glück nicht allzukalt. Seine Rückkehr spart sich der Winter offenbar auf – für das Wochenende nach seiner eigentlichen Vertreibung..