Solothurner Wetter
Juni 2017 ist noch meilenweit vom Rekordjuni 2003 entfernt

Wolfgang Wagmann
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Gemütlich den Fluss hinuntertreiben lassen. (Archiv)

Gemütlich den Fluss hinuntertreiben lassen. (Archiv)

Hansjörg Sahli

Ein bisschen erinnerte der Juni an den Startmonat in den Jahrtausendsommer 2003: Über weite Strecken war es sommerlich heiss und trocken. Doch der erste Eindruck trügt: Mit einem Monatsmittel von 20,8 Grad war der Juni 2017 zwar mehr als drei Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt. Aber noch meilenweit vom Juni 2003, dem damals heissesten Sommermonat, entfernt: Sagenhafte 23,7 Grad im Mittel wurden dazumal registriert. Auch war der diesjährige Juni nicht gar so trocken, wie es zwischendurch den Anschein machte: In Solothurn fielen immerhin 102,5 Liter Regen pro Quadratmeter, im Wallierhof gar 135,9 Liter, was leicht über dem Monatsmittel liegt.

Kaum Schafskälte

Verantwortlich für das Erfüllen des Regen-Solls waren einige wenige Starkregen-Ereignisse. Eines fiel ausgerechnet auf den 1. Juni, an dem im Wallierhof 36,1 und in Solothurn 28 Liter pro Quadratmeter niederprasselten. Gewittrig und feucht ging es bis Pfingsten weiter, und die Tage danach waren kühl und eher grau – die Schafskälte wurde dieses Jahr um einige Tage vorgezogen. Nach der ersten Juniwoche bekam der Sommer das Ganze in den Griff, und am 11. Juni, einem absoluten Badesonntag, wurde die 30-Grad-Marke geknackt.

Auch Fronleichnam am darauffolgenden Donnerstag zeigte sich von der sonnigen Seite, und nach einem weiteren Sommerwochenende waren die «ü 30» schon fast Alltag geworden. Dazu kamen jetzt erste Tropennächte, in welchen die Temperatur nicht mehr unter 20 Grad sank – eine Marke, die nun die Aare bezüglich Wasser klar überschritten hatte. Legionen suchten dort Abkühlung und den Plausch mit ihren Gummigefährten. Erst in den letzten drei Junitagen setzte sich nach Gewittern kühles Wetter durch und brachte den ausgetrockneten Böden mit nochmals 30 bis 40 Litern Starkregen die hoch willkommene Entlastung.

Vor einem «Na ja»-Sommer?

Schon hat sich wieder ein Hitzehoch aufgebaut, das sich aber in den nächsten Tagen verflacht. Die Gewitterneigung nimmt zu und damit der Hang zu Tagesgangwetter: Einem passablen Vormittag folgt Wolkenaufzug am Nachmittag und am Abend kann es jeweils nass werden. Ein Witterungscharakter, der auch die nächste Woche dominieren könnte, bei nicht extrem hohen Temperaturen, aber ziemlicher Schwüle. Möglich ist laut den Modellen auf Mitte Juli eine Sommerdelle mit Abkühlung.