Jugendkulturwoche

Junge Talente sprühen vor Kreativität

Noch bis morgen Freitag können Kinder verschiedene Workshops besuchen. Die Kulturfabrik Kofmehl stellte der Gruppe einen Teil ihrer Fassade für Graffiti zur Verfügung.

«Aus einem Chaos haben wir ein Kunstwerk geschaffen. Ich kann es kaum fassen, wie schön unsere Graffiti geworden sind», sagt Freya Lüthi. Die 13-jährige Schülerin aus Solothurn versuchte sich einen Tag lang gemeinsam mit neun anderen Kindern im Graffiti-Sprühen. «Jetzt wird gesprayt – ganz legal.» Unter diesem Motto gab der 26-jährige Serhat Dincer aus Burgdorf den Kindern einen praxisorientierten Einblick in das Handwerk eines Graffiti-Künstlers. «Es macht mir Freude, den Kindern einen Teil meines Wissens weitergeben zu können», sagte er.

«Farbe ist Leben»

Die Kulturfabrik Kofmehl stellte der Gruppe einen Teil ihrer Fassade zur Verfügung. Die Schüler lernten verschiedene Elemente der Kunstform Graffiti kennen und setzten ihre gewonnenen Kenntnisse anschliessend in eine eigene praktische Arbeit um.

So konnten sie sich künstlerisch betätigen und ausdrücken. Gemeinsam schufen die Kinder ein aussagekräftiges Gruppenbild und verliehen dem Rostwürfel einen neuen Anstrich. Inmitten von bunten Graffiti-Elementen ziert der Schriftzug «Farbe ist Leben» die Wand des Kofmehls.

Diese Aussage ist bezeichnend für das Kunstverständnis der Kinder. «Mit vielen Farben haben wir aus einer rostigen Wand etwas Schönes gemacht», sagte Luca Rickli stolz. Der elfjährige Schüler aus Biberist freut sich über das Endresultat. «Durch Erfolgserlebnisse wird das Selbstwertgefühl gestärkt. Die Kinder arbeiteten gemeinsam an einem Projekt, auf das sie stolz sein können,« sagt Kym Siegenthaler, Jugendarbeiter und Leiter der Projektwoche.

Die Jugendkulturwoche findet im Rahmen der Quartierentwicklung Solothurn West statt. Sie bietet Kindern eine Plattform, sich an verschiedenen Ferienangeboten zu beteiligen und sich mit Jugendkultur auseinanderzusetzen. Gruppendynamische Prozesse stehen dabei im Vordergrund. «Der Austausch und die soziale Vernetzung zwischen den Kindern sollen gefördert werden», sagt Kym Siegenthaler.

Die Jugendarbeit des «Alten Spitals» rief das Projekt Jugendkulturwoche ins Leben, um Schülern, die in den Ferien nicht zu Hause herumsitzen wollen, ein interessantes Angebot an Workshops zu unterbreiten. Den Jugendlichen werden im Freizeitbereich Orientierungshilfen und Alternativen angeboten: Von Cocktailmixen und Jo-Jo Spielen, über Analog-Fotografie und Rap bis hin zu Eventmanagement. Und die Begeisterung unter den Teilnehmern ist nachhaltig, wie das Beispiel von Luca Rickli beweist: «Neben Graffiti-Sprayen werde ich zwei weitere Workshops besuchen. Nächstes Jahr bin ich bestimmt wieder dabei.»

Morgen Abend ab 17 Uhr werden die rund 40 Jugendlichen in der Aula des Schulhauses Brühl die Gelegenheit haben, ihre kreativen Ergebnisse in einer Show zu präsentieren und zu zeigen, was sie in den Workshops gelernt haben.

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