Das Thema Schlüssel durchzog wie ein roter Faden die gesamte Diplomfeier im Theresiahaus. Barbara Aebischer, die das von der Schwesterngemeinschaft Seraphisches Liebeswerk Solothurn getragene Ausbildungszentrum für junge Frauen mit leichter Behinderung seit zehn Jahren geleitet hat, verlieh der letzten Schulschlussfeier vor ihrer Pensionierung eine berührende Gestaltung.

Sie gab den elf jungen Absolventinnen anschaulich mit auf den Weg, wie vielfältig der Begriff Schlüssel verwendet wird. Neben den «Tür öffnenden» Schlüsselqualifikationen, die man durch Ausbildung erwerbe, sei das Leben auch immer wieder geprägt durch wichtige Augenblicke: Schlüsselmomente eben, die Weichenstellungen ermöglichen.

Diese Abschlussfeier mit Diplomübergabe am Ende der zweijährigen Lehrzeit sei ein solches Ereignis, das den Zugang zur Berufstätigkeit öffne. «Ihr habt hier bei uns viele Schlüssel gesammelt und einen ganzen Schlüsselbund von Fähigkeiten erworben», blickte die Leiterin auf die Ausbildungsinhalte in Wäscheversorgung, Ernährung, Hauswirtschaft und vielfältiger Lebenskunde zurück.

In einem «Fleissordner», den jede Lernende mit ihrem Diplom überreicht erhielt, waren ihre erlernten Kompetenzen zusammengetragen. Zudem gab es für sie alle als künftige Hauswirtschaftspraktikerinnen, die mehrheitlich bereits berufliche Anschlusslösungen in geschütztem Rahmen gefunden haben, ein Spezialdiplom.

Diese durch Barbara Aebischer liebevoll ausgedrückte Würdigung der persönlichen Entwicklung jeder Absolventin «und das, was jede am besten kann» rührte das aus Angehörigen und den 27 Lehr- und Betreuungskräften bestehende Publikum, aber auch die Sprechende selbst fast zu Tränen.

Verabschiedung

Nach fünfjähriger Mitarbeit wollen sich Barbara Weyeneth und nach einem Jahr Praktikum Gianna Luzi beruflich verändern. Beiden wurde für ihren Einsatz herzlich gedankt. Barbara Aebischer, die insgesamt 20 Jahre, 10 davon als Institutionsleiterin, im Theresiahaus gewirkt hatte, ehrte Käthi Arnold, Vizepräsidentin des Trägervereins Seraphisches Liebeswerk und Mitglied der Heimkommission, mit einer warmherzigen Laudatio.

Ihre Arbeit sei gekennzeichnet von der Liebe zu den ihr Anvertrauten. In allen von vielfältigen Herausforderungen begleiteten Jahren, die immer durch einen vorausschauenden Blick geprägt waren, habe das Wohl der Schülerinnen im Mittelpunkt gestanden.

«Das Seraphische Liebeswerk trennt sich mit Wehmut, vor allem aber in grosser Dankbarkeit von der nun pensionierten Barbara Aebischer.» Die Schülerinnen beider Jahrgänge schenkten ihr eine bestickte Wimpelkette, die mit inliegenden Geschichten Erinnerungen ans Schulleben wachhalten soll. Alle dankten Aebischer mit einer «Standing Ovation» für Förderung und Fürsorge in zwei Jahrzehnten. Mit Musik und Trommelrhythmen wurde der Anlass umrahmt.

Den Schlüssel weitergegeben

Schon längere Zeit als Nachfolgerin bekannt ist Claudia Plaz als neue Institutionsleiterin. Dank langjähriger Mitarbeit im Theresiahaus, laut Arnold in «tragender Funktion», bringt sie viele Erfahrungen für die neue Aufgabe mit.

Ihre Vorgängerin schenkte ihr ein ganzes Schlüsselbrett, das symbolisch wichtige Eigenschaften einer Heimleitungsperson darstellt. Gegenüber Schülerinnen und Mitarbeitenden möge es ihr gelingen, Vertrauen aufzubauen, Verständnis zu zeigen, alle mit Zutrauen zu stärken und sie stets ernst zu nehmen.