Solothurn
Junge Chessler liessen Petrus gar nicht erst zuviel Macht als Miesmacher

Rund 1000 kleine und grosse Narren läuteten an der Chinderchesslete in Solothurn lärmend die fünfte Jahreszeit ein.

Andreas Kaufmann
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Chinderchesslete 2016 in Solothurn
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Andreas Kaufmann

Wer beklagt, dass es um den hiesigen Narrennachwuchs schlecht bestellt sei, hat seine Chesslermütze definitiv zu weit nach unten gezogen. Der Grossaufmarsch der Jungnarren anlässlich der Chinderchesslete straft in weisser Kluft alle Schwarzmaler laut lärmend Lügen: Rund 1000 Kinder und begleitende Erwachsene hüpften durch Vor- und Altstadt über Pfützen, und liessen mit genügend Dezibel Petrus auf diese Weise gar nicht erst zuviel Macht als Miesmacher – trotz gelegentlicher Regengüsse.

Stattdessen sorgten sie für einen würdigen Fasnachtsauftakt, der es an Schellengeläut, Rätschenlärm, Pfannengeschepper und trompetenartigem Gehorne beileibe nicht mangeln liess. Hie und da zückt eine stolze Mutter für ein Erinnerungsbild ihr Handy und hält den närrischen Moment fest.

Zweitausendfüssler auf Kurs

Anita Manske aus Biberist, die sich mit ihren Kindern Levi und Mailo am Dornacherplatz auf die närrische Kakophonie einstimmt, hat dieses Mal jedoch gerade die Pfannen zuhause gelassen. «Mailo mag den Lärm – und so kam es schon vor, dass dieser dann auch zuhause nicht aufhört», meint sie schmunzelnd.

Eine Stunde dauert es, bis der weisse Zweitausendfüssler nach seiner Route via Vorstadt, Kreuzackerbrücke, Landhausquai, Friedhofplatz, Gurzelngasse, Hauptgasse, Chronestutz wieder am Ausgangspunkt angelangt. Hier warten die 16 Helfer aus den Reihen der Vorstadtzunft auf die ankommende Schar der Jungnarren: mit Tee, Chnörzli und Weggli, die dann auch wie ebenjene weggehen.

Vor allem schätzt Ober-Chinderchessler Urs «Dozi» Schenk das Engagement der mehrheitlich jungen Zünftler vor Ort: «Man muss keinen auffordern, dass er mitmacht. Es helfen alle mit, ohne dass man gross bitten muss.» Darüber hinaus zeigt er sich über die närrische Nachkommenschaft und ihre Wetterfestigkeit zufrieden. Gemessen an der Chinderchesslete muss sich um Nachwuchs niemand Sorgen machen.

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