Der Jugendkurs des Teatro Mobile in der Mausefalle überzeugte mit der Abschlussinszenierung von «A Christmas Carol» nach Charles Dickens. Die 27 Darstellerinnen und Darsteller – einige waren in mehreren Rollen zu sehen – verhalfen dem an der Premiere anwesenden zahlreichen Publikum zu einer warmherzigen Einstimmung auf die Weihnachtszeit.

Eigentlich gehört die vor genau 170 Jahren erstmals publizierte Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens zur Allgemeinbildung und wurde bereits unzählige Male verfilmt, auf die Theaterbühne gebracht oder am Rundfunk gesendet. Und doch ist der Stoff so stark, dass er immer erneut zu packen vermag. Dickens hat seine Erzählung in vier Strophen gegliedert und darin auf Missstände im England des 19. Jahrhunderts aufmerksam gemacht.

Für diese Inszenierung hat Nico Barth die Erzählung für die Bühne der Mausefalle adaptiert und szenisch eingerichtet. Er hat dies mit viel theatralischem Gespür getan und liess als Überleitung zu den Spielszenen durch die sonore Stimme ab Band von Patrick Kappeler Passagen aus der Erzählung lesen.

Farbenprächtige Kostüme

Die Bühne, eher karg eingerichtet, mit Mobiliar versehen, welches sich leicht austauschen und verwandeln liess. Nur das Himmelbett von Scrooge verblieb in seiner Ecke. Umso mehr glänzten die Kostüme. Farbenprächtig und stilecht beschworen sie ein London in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts herauf.

Sie wurden zum grossen Teil zugemietet, bereichern aber die Handlung auffällig. Erwähnt werden muss aber unbedingt die grosse Arbeit von Nico Barth und Helena Kontoudakis mit den Kursteilnehmenden, dass letztlich eine so geglückte Aufführung entstand. Wenn die jungen Leute bei der Stange bleiben, ist beim Teatro Mobile für ansprechenden Nachwuchs gesorgt.

Erstmals auf der Bühne

Der gute Gesamteindruck und die Ensembleleistung lassen über einige sprachliche und darstellerische Unsicherheiten gerne hinwegsehen. Als Debütantinnen und Debütanten zu sehen waren: Thea Burkhardt, Aline Ebner, Bilal Fahmi, Felix Fels, Silvana Grellmann, Dorentina Imeri, Gentiana Imeri, Sofia Mészàros, Sophie Nyfeler, Lukas Rhiner, Pelka Ridjosic, Léonie Schütz, Joseph Tschudin und vom Starterkurs der Kleinen stiessen für Kinderrollen Michelle Jakob und Moritz Holliger dazu.

Gleich in der Hauptrolle

Der Theaterkurs startet jeweils Anfang Jahr. Die jungen Leute werden mit der Bühne, der Sprachtechnik und der Mimik vertraut gemacht. Um die Jahresmitte wird ein Theaterstück ausgewählt, welches als Abschlussinszenierung öffentlich aufgeführt wird. Weil «A Christmas Carol» in mehrere Szenen mit verschiedenen Personen aufgeteilt ist, konnte in Gruppen probiert werden, sodass selten alle Mitwirkenden anwesend sein mussten. Felix Fels als Scrooge hingegen steht immer auf der Bühne.

Erstmals in einem Theaterstück und gleich die Hauptrolle. Wie kam das? «Ich hörte von einer Freundin, welche den Theaterkurs an der Kanti Solothurn besucht, dass für diese Produktion noch Männer fehlten. Da ich schon immer gerne Theaterspielen wollte, meldete ich mich. Bei der Leseprobe übernahm ich den Part des Scrooge, worauf alle fanden, ich solle die Rolle auch spielen», so der 20-jährige gelernte Maurer.

Weitere Rollen übernahmen zur Ergänzung des Ensembles bereits bewährte Kräfte des Teatro Mobile. Für die Technik (Einsatz der Tonbandstimme und vor allem die Beleuchtung mit Spots auf die Spielszenen) zeichnen Helena Kontoudakis und Tanja Krieg verantwortlich.

Weitere Aufführungen: Freitag, 13. und Samstag, 14. Dezember, je 20 Uhr, Sonntag, 15. Dezember, 17 Uhr.