Solothurn
Jungbürger legen Gelöbnis unter der Abendsonne ab

34 junge Erwachsene aus Solothurn feierten an der Jungbürgerfeier ihren Eintritt in die politische Mündigkeit.

Andreas Kaufmann
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Auf der Krummturmschanze gaben die jungen Frauen und Männer ihr Gelöbnis.

Auf der Krummturmschanze gaben die jungen Frauen und Männer ihr Gelöbnis.

Andreas Kaufmann

Eine Staatskunde-Lektion «light» gehört jeweils mit ins Programm, wenn Stadtpräsident Kurt Fluri Jahr für Jahr die Jungbürgerinnen und Jungbürger empfängt und ihnen das Gelöbnis ihrer politischen Mündigkeit abnimmt. Am Donnerstag war es wieder soweit: Auf der Krummturmschanze referierte er nach einer Stadtführung vor 34 jungen Menschen über das Einmaleins für den Stimmbürger.

Insbesondere lud er augenzwinkernd zur kommenden Gemeindeversammlung ein – «denn an einem schönen Dienstagabend ist so ein Anlass gewiss spannender als das Verweilen am Landhausquai» – und appellierte an die Anwesenden, anlässlich der Stadtpräsidentenwahlen sowie der Vize-Wahlen am 2. Juli an die Urne zu gehen: «Darüber wären Ihnen Franziska Roth, Heinz Flück, Pascal Walter und ich dankbar.» Auch erläuterte Fluri aktuelle politischen Schwerpunkte auf kantonaler und nationaler Ebene. Unterbrochen vom Rattern eines vorbeifahrenden Zuges wies er auf das Versprechen der SBB vor einigen Jahren hin, diese Eisenbahnbrücke 2018 zu sanieren. «Mittlerweile äussern sie sich aber nicht mehr über Termine», so Fluri spontan zu diesem Politikum.

Über demokratische Rechte

Danach appellierte er ans politische Engagement, das den jungen Menschen nun offenstehe. Ein einfaches sei es überdies, seine Rechte wahrzunehmen, befand Fluri: «Wer das Wahlcouvert offen hat, ist bereits auf dem richtigen Weg.» Etwas schwieriger gestalte sich die Meinungsbildung. Dennoch: Wer Zeitung liest und Diskussionen im Radio oder Fernsehen mitverfolgt, werde sich schnell mal eine Meinung zu diesen Geschäften bilden können. Wer aber nicht an die Urne gehe, sei oft einfach zu bequem. «Damit wird ein Recht vernachlässigt, für das Millionen unterdrückte Menschen bereit seien, ihr Leben aufs Spiel zu setzen», so Fluri.

Doch nicht nur die Abwesenheit von der Urne verurteilte Fluri. Auch jene 46, die der Jungbürgerfeier unentschuldigt fernblieben, nahm er aufs Korn: «Es ist betrüblich, dass es fast die Hälfte aller Eingeladenen nicht für nötig findet, sich überhaupt zu entschuldigen.» Abgemeldet haben sich deren gerade einmal 16. Anwesend ist auf jeden Fall Tim Christen, selbst Jungbürger. Er ist noch nicht sicher, inwiefern er politisch aktiv werden möchte. Eins weiss er jedoch: «Es ist wichtig, dass sich jeder nach seinen Möglichkeiten an Wahlen und Abstimmungen beteiligt.»

Nach der Abnahme des Gelöbnisses liessen Fluri sowie die anwesenden Gemeinderäte und Jungbürger den Abend bei einem Apéro im Abendlicht und einem Nachtessen im Alten Spital ausklingen.

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